Make yourself at home

Glück Graublau zogen sich die Gewitterwolken zusammen. Die berühmte Stille vor dem Sturm wurde stiller und stiller. Noch 15 Minuten und dann würde es losgehen.Noch 15 Minuten hatte ich Zeit, ein Dach für mein Zelt zu finden. Hier am Erie Kanal, links der Kanal, rechts gemähter Rasen und Büsche. Ein Dach weit und breit nicht…

Welcome to Canada

Holprige Einreise „Was wollen Sie in Kanada?“ „Meine Tante besuchen und Fahrrad fahren.“ Ich blickte zu dieser schwarz uniformierten, scheinbar sehr genervten Dame am Immigrationschalter vom Flughafen Toronto hoch. Völlig übermüdet hatte ich Schwierigkeiten, dieses dahin genuschelte Englisch zu verstehen. Sie wollte mein Rückflugticket sehen. Es war datiert auf den 6. Juni, und nun kam…

Upgraded life

Juni Es ist Ende Juni. Ich bin in Deutschland. Nach vier gecancelten Fluegen bin nicht nur ich heile angekommen, sondern auch alle meine Sachen und Charlotte. Charlotte in vier Bananenkartons Ich wohne bei meinen Eltern in der Gartenhuette. Wir halten Abstand. Ich habe typische Coronasymptome, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen. Nur den Cafetest bestehen meine Geschmacksnerven jeden…

Coming home

Es stuermt, windet, alles ist mit einer dicken Sand- und Staubschicht bedeckt. Wellblech und Tueren klappern, der Strom kommt und geht.  Zwei Tage nach dem Erdbeben, welches zum Glueck nur geringen Schaden anrichtete,  mein Bett nachts zum Wackeln brachte und garnicht mehr aufhoeren wollte, fegt nun ein Sandsturm ueber San Pedro hinweg.  Ja, noch immer…

Once upon a time…

Es war einmal….. Ja, lange ist es her, gefuehlt wie in einem anderen, frueheren Leben, aber real gerade einmal sechs Wochen. Es war einmal eine Zeit, da bin ich mit dem Fahrrad durch die Gegend bzw. durch die Welt gefahren. Grenzen spielten keine Rolle, ich musste nur meinen Reisepass vorzeigen und bekam drei Monate Aufenthalt.…

Salz auf meiner Haut

Es gibt kein Gestern, kein Morgen. Nur ein hier und jetzt. Ich bin der Sonne ausgesetzt, der Schwuele, meinem schwitzenden, klebrigen Koerper, permanent. Was kann ich ertragen? Ich kann nicht schlafen. Liege auf meiner Isomatte, klebe fest. Der Schweiss laeuft die Kniekehlen herab. Ich bin dankbar fuer jeden noch so kurzen Windhauch, der sich im…

Zu zweit

Fliegen, Zecken, Hitze, Schwuele Meine erste Nacht auf dem Weg zu den Iguazu Wasserfaellen. Ich habe ein freies Feld gefunden. Abseits der vielbefahrenen Strasse. Der Himmel ist dunkelblau, grau. In der Ferne blitzt es. Wie ich mein Zelt drehe und wende. Es ist falsch. Der Wind weht von allen Seiten. Ich verstaue gerade noch rechtzeitig…

Ein Gang runter

Einfach mal nichts tun Das US-Visum im Reisepass, ein Zimmer ganz fuer mich alleine in der Casa de Cyclista in La Paz, leckere Broetchen, taeglich frisch gleich gegenueber. Ein perfekter Ort, Pause zu machen. Sich auszuruhen, gut zu schlafen, weil sowohl Charlotte als auch ich sicher sind. Sich treiben zu lassen. Auf seiner Isomatte zu…

Short trip to Peru

„Och, eigentlich koennte ich ja schon hier mein US-Visum beantragen.“ – denke ich eines Morgens beim Fruehstuecken in der Casa de Cyclistas in La Paz. Nach zwei nervenaufreibenden Tagen, die ich brauche, um dieses Formular online auszufuellen, bekomme ich die Nachricht, dass das obligatorische Interview in vier Wochen stattfindet. Das macht natuerlich alle meine Plaene…

Auf nach La Paz

„La Paz, La Paz, ich komme.“ Meine Vorfreude ist riesengross. Was man da alles kaufen kann… Es fehlen noch 300 Kilometer, auf denen man nahezu nichts kaufen kann. Denn weiter geht es durch die karge Schoenheit des chilenischen und bolivianischen Hochlandes. Zunaechst 100 km auf Asphalt, die bald sehr langweilig werden. Der Vulkan Parinacota ist…