Hello Vietnam

“Where is this damned border crossing anyway?“ 
I looked and I looked, took the Autobahn, cycled back again – asked many people but nobody seemed to understand, “Where is Vietnam?“
Suddenly, somewhere in a park I saw a big new office building.  Finally.  The Chinese Immigration.  All my luggage was X-rayed once more and finally – the exit border stamp was safely on my passport….(scroll down for more)

„Wo ist denn dieser verdammte Grenzübergang?“
Ich suche und suche, fahre auf die Autobahn, fahre wieder zurück, frage, aber niemand versteht meine Frage. „Wo ist Vietnam?“

Irgendwo in einem Park finde ich plötzlich ein grosses Gebäude. Endlich. Das chinesische Immigration-Office. Hier wird noch einmal mein ganzes Gepäck geröntgt. Der Ausreisestempel in den Pass gedrückt und dann fahre ich 50 Meter weiter zum vietnamesischen Grenzgebäude, mindestens ebenso gross, neu und protzig. „Welcome to Vietnam.“ Mein Gepäck wird nicht geröntgt. Es werden keine Fotos gemacht. Es werden keine Fingerabdrücke genommen.

Im nächsten Ort versuche ich, mit der Kreditkarte Geld abzuholen. Es klappt nicht, und so tausche ich eben bare Euro. Diese Prozedur dauert eine halbe Stunde. Die Bankangestellte hätte eigentlich schon längst Mittagspause. Dankbar nehme ich diese neuen Geldscheine entgegen. Da sind nur Nullen auf den Scheinen. Ein Euro sind 26.000 Dong.

Vietnam ist so völlig anders als China. Keine Gitter mehr vor allen Fenstern. Dafür bunte alte Gebäude mit schönen Balkonen vor den Fenstern.

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Vietnamese houses in Hanoi

Am Babe-National Park habe ich mich mit Brian und Colin verabredet. Die beiden Brüder, auf dem Rad unterwegs von Holland nach Australien, habe ich in Ulan Bator zum ersten Mal getroffen. Wir teilten uns eine Ger auf dem Dach eines Hostels. Und ich mag sie unheimlich gerne.

Es geht rauf und runter, der Verkehr hält sich in Grenzen. Das Hupen jedoch empfinde ich als deutlich aggressiver als in China. Ich interpretiere es als:“ Runter von der Strasse, jetzt komme ich, und ich werde dich über den Haufen fahren, wenn du nicht aufpasst.“
In China war es eher ein: „Hallo ich komme, und wenn wir beide aufpassen, passiert nichts.“

Es geht so sehr rauf und runter, dass mein Knie anfängt, abends dick zu sein. Das ist nicht gut.
Hauptsaechlich im ersten Gang strampel ich vorwaerts. Es wird langweilig, weil ich nur Wald um mich herum habe. Ich entschliesse mich, bis zur Abzweigung zum Babe-NP den Bus zu nehmen. 60 km – eine Tagesreise und einen Tag eher, an dem ich Colin und Brian treffen kann.

Hello again, Brian and Colin
Einen Tag später fallen wir uns freudestrahlend in die Arme. Wir machen einen Ausflug zum nächsten Dorf und es wird klar: Wir werden nicht zusammen weiterfahren. Die beiden sind viel schneller als ich, und es würde für niemanden von uns eine Freude sein, entweder zu warten oder hinterherzuhetzen. Alleine radel ich nach Hanoi weiter. An einem Tag fährt ein Motorradfahrer langsam neben mir her und fragt mich, ob ich ficken will.

Am nächsten Tag beisst ein Hund in eine der hinteren Gepäcktaschen.

Hanoi
Colin, Brian und ich treffen uns in Hanoi wieder. Ich geniesse Hanoi, finde mein Stammcafe, meine Stammbäckerei, mein Stammrestaurant und lerne Yolanda kennen, die als Englischlehrerin in Peking arbeitet. Ihre Eltern stammen aus dem Sudan. Ich frage sie, ob sie Probleme in China wegen ihrer dunklen Hautfarbe hat. Es nervt sie eher, dass die Menschen ungefragt Photos von ihr machen. Und sie fallen aus allen Wolken, wenn dieses „schwarze Wesen“ plötzlich ihre Sprache -chinesisch- spricht.

Mit Yolanda besuche ich das Frauen-Museum.

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Women fighting in the Vietnam-war

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Parents loosing their children

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visitors

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Yolanda

Auch treffe ich mich mit Björn. Er kommt aus Ratzeburg und lebt schon seit mehreren Jahren in Vietnam. Paola, die ich in Ulan Bator kennenlernte, schrieb mir eine Email, ich solle mich unbedingt mit Björn treffen, wenn ich in Hanoi bin. Nun ja, warum nicht?
Wir unterhalten uns über Korruption: 14 Monatsgehälter an den Chefarzt und man hat eine Stelle als Krankenpfleger in einem Hanoier Krankenhaus.
Einmal ist er bei einem vietnamesischen Kumpel im Auto mitgefahren. Der fuhr über Rot, ein Polizist hielt das Auto an. „Ich gebe mal lieber das Doppelte, weil du als Ausländer mit im Auto sitzt.“ meinte er zu Björn. Der Polizist gab die Hälfte der Scheine zurück: „Du weisst doch, was das kostet.“

Ich mache mich wieder auf den Weg. Ein wirklich stockbesoffener Jugendlicher  fährt mit dem Motorrad neben mir her, schlenkert um mich herum, will mir irgendetwas mitteilen, rückt mir nicht von der Pelle. Ich habe Angst, dass er mir ins Rad fährt, und er nervt mich total. Schreie ihn an, er soll sich verpissen, gucke böse, werde richtig sauer. Und er? Er nimmt mir den Wind aus den Segeln, lallt leise und konzentriert „vabiss dich“. Ich bin echt hilflos. Ihm eine zu scheuern oder sein Motorrad umzuschmeissen finde ich dann doch zuviel der Eskalation und lasse es bleiben. Bei einem Friseurladen mache ich halt. Er lässt sich kurzerhand rasieren und düst dann endlich ab. Ich habe wieder meine Ruhe.

Relativ, denn überall wo ich langfahre und auf Leute treffe, egal ob jung oder alt, schallt mir ein „Hello, hello, what is your name“ entgegen. Kinder brüsten sich mit „What the fuck.“ Das finden sie unheimlich witzig.

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„What the fuck“

Aber ich treffe auch auf weibliche Teenager, die ernsthaft mit mir reden wollen, die ihr englisch verbessern wollen und mir von ihren Plänen erzählen. Studieren, nach Amerika gehen.

Ich bin wieder in meinem gemütlichen Gammelmodus. Lasse mich treiben, sehe Leute beim Boot reparieren zu, bin dabei, wie Fischer morgens ihre Boote an Land ziehen und ihren doch sehr kläglich Fang von kleinen Fischchen und Krabben verkaufen.

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Coming back from fishing

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Daily procedure

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Teamwork

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fishermen

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Buying and selling

Rico
Dann treffe ich auf Rico. Rico WANDERT um die Welt. Ist seit zwei Jahren unterwegs in seinem dritten Paar Schuhe und hat fast 13.000 km hinter sich. Wir bauen unsere Zelte am Strand auf, machen Lagerfeuer und haben uns viel zu erzählen. Wir verstehen uns richtig gut, bleiben auch am nächsten Tag zusammen, quasseln und quasseln. Zu wandern ist ja noch eine Nummer langsamer. Ich bin zutiefst beeindruckt.

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The big attraction: Rico

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Walking and walking and walking…

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…and walking

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Bye, bye Rico

Es regnet
Wir machen an diesem Tag 25 Kilometer und sind gefühlt den ganzen Tag unterwegs. Im Dunkeln bauen wir unsere Zelte am Rande eines kleinen Pfades auf, umgeben von Wasser.

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fingers and feet after a long day in rain

Dann fängt es an zu regnen, zu stürmen, zu winden.
Ich sehe uns schon panikartig und pitschnass alles zusammenzupacken und zu flüchten, aber zum Glück steigt das Wasser um uns herum doch nicht an. Es bilden sich lediglich tiefe Pfützen auf der kleinen Wiese.

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Good luck, no flooding

40 Stunden später, wir sind mittlerweile in Hue angekommen, regnet es immer noch und die nächsten 168 Stunden soll ebenfalls noch viel Wasser ohne Pause vom Himmel herunterschuetten.

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a lot of water

In Hue will ich mal wieder Touristin sein, bezahle umgerechnet 6 Euro Eintritt fuer die Imperial City und bin total enttaeuscht. Ich empfinde sie als voellig ueberrestauriert, und mit den schwarz-weiss-Photos die ueberall in einem Riesenformat herumhaengen und irgendwelche Herrscher bei irgendwelchen Versammlungen zeigen, kann ich nichts anfangen. Vielleicht haette ich mich vorher ein wenig mit der Geschichte befassen sollen….

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some doors

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Imperial city

Ich habe mir einen Poncho gekauft. Er kostete 1,30 Euro. Die beste Investition seit langem. Meine Regenjacke fuer 150 Euro ist bei Regen nicht zu gebrauchen.

Some more Photos

Fifty metres further was the Vietnamese Customs Office, as big and immense as its Chinese counterpart.  “Welcome to Vietnam”. Nothing was checked, no photos taken, and no fingerprints.

In the next village, I went to a bank to get money with my credit card.  When that didn’t work, I cashed euros for Dong and that took at least half an hour.  However, the cashier was helpful enough and even worked through her lunch break.  Thankfully I accepted several millions of Dong (26,000 Dong for one euro).  Lots of zeros.

Vietnam is totally different from China.  Beautifully painted old buildings with nice balconies and no restrictive bars in front of the windows.

In Babe National Park I had arranged to meet Brian and Colin.  Both brothers were cycling from Holland to Australia.  I had met them in Ulan Bator where we shared a Ger on the roof of a hostel.  I liked them right away.

The roads went up and down but traffic was tolerable.  What I did find aggressive was the endless honking of horns.  To me it said, “Off the street with you – if you don’t watch it, I’ll take you down!”  Whereas in China, honking the horn meant, “Hello, pay attention and all will be well.”

The constant elevation change of the roads took its toll on my knee and it started to swell up at each end of the day.  That was not good.  I cycle mainly in the first gear and it was boring with nothing around me but trees
I decided to take the bus for a stretch of 60 km.  A trip of one cycling day.  A day sooner I would meet Colin and Brian again.

Hello again, Brian and Colin
When we met the next day, we happily fell into each other’s arms. But as we biked together the next day, it became abundantly clear we would not cycle together. Their tempo was way faster than mine and it would be better if we continued on our separate ways. Alone I continued to Hanoi. And as luck would have it, one day a motorcyclist slowed down beside me and asked me whether I wanted to fuck!  And the next day, a dog bit into one of the back panniers!

Hanoi
Colin, Brian and I met again in Hanoi.  I enjoyed Hanoi, even found my local family cafe, my bakery, and my family restaurant.

I met Yolanda who works as an English teacher in Peking.  Her parents came from Sudan.  When I asked her whether she had problems in China because of her dark skin colour, she said it irritated her more when people took photos of her without asking permission.  And then they are shocked when this black girl speaks to them in their native language, Chinese!

I met Björn whose hometown is Ratzeburg, Germany. Björn has been living in Vietnam for several years now.   Paola, whom I met in Ulan Bator, wrote me an email that I should absolutely meet Björn if I am in Hanoi.  Well, why not?

We talked about corruption:  If one would pay the equivalent of a 14 months salary to the head doctor in a hospital in Hanoi, one could secure employment as a nurse.  He recalled how he once was a passenger in a friend’s car.  The friend drove through a red light and got stopped by the police.  He said to Björn, “I think I’d better give him twice the amount because you are a foreigner in my car”.  The policeman, however, returned half the money and said, “you know how much it costs”.

Leaving Hanoi
Then I was on my way again.  One day a very very drunken teenager did not stop dangling around me with his motorbike and telling me something. I was afraid he would collide with me and damage my bike.  I yelled at him to get lost, and I really got very angry. And he? He took the wind out of my sails, babbling gently and fully concentrated  “Biss oww”. I feel helpless.  Knocking him off his bike would have been to much of escalation.  So I did not. I stopped at a hair salon.  He stopped too.   Got a shave and then – left. I got my peace and quiet again.

Well, kind of.  Everywhere I went, people asking or yelling at me „Hello, what is your name?”  And children boasted, „What the fuck…”  They found this awfully witty.  I also met female teenagers who want to have serious conversation, who want to improve their english. who were telling me their plans to go and study in America.

I was in my comfortable “Gammelmodus” (relaxed state of mind) once more.  Floating, dreaming – watching people repair their boats, fishermen pull ashore and sell their pitiful morning catch of small fish and crabs.

Rico
Then I met Rico who hikes around the world.  He has been doing this for two years, and is on his third pair of hiking boots and so far has covered 13,000 km.  We set up our tents on the beach, made a campfire and shared lots of stories.  We got on really well and stayed together another day, just to talk and walk and share the day.  I am deeply impressed by Rico.

It is raining
We hiked 25 kilometres on that day and were constantly on the move.  At night, we put up our tents on the edge of a small path, surrounded by water.  Then it started to rain and storm, and I became panicky and wanted to pack up and leave.  But as luck would have it, the storm subsided and the water did not rise much around us, it merely collected in puddles.

40 hours later, we arrived in Hue, it was still raining and rain was forecast for the next 168 hours, endlessly, without a break.  I bought a rain poncho at a total cost of 1.30 euros.  The best investment I’ve made in a long time!  My 150 euros rain jacket proved useless with this kind of rain.

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