Mongolia

“Cows and sheep die first“, explained a Mongol as I was talking with him.  Thoughtfully I looked over the vast Mongolian steppe.  How many of the cows and sheep would survive the winter?  The past summer was very dry.  And yet the herd kept grazing on the dried out brittle rass blades. ….(scroll down for more)

„Die Kühe und Schafe sterben zuerst.“– So ein Mongole, mit dem ich sprach. Nachdenklich blicke ich in die Weite der mongolischen Steppe. Welche von den Kühen und Schafen, die ich in der Ferne sehe, werden den Winter nicht überleben?

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Der Sommer war sehr trocken. Die Tiere rupfen an vertrockneten Grashalmen.
Der Winter wird lang sein. Ein halbes Jahr. Temperaturen um die -30 Grad. Der Herbst ist nun angebrochen. Tagsüber um die null Grad, nachts darunter. Ein eisiger Wind weht. Ich habe alles an, was ich an warmen Klamotten besitze: die zwei Wollpullies und eine Fliesjacke darüber. Meine dicke Winterhose, Handschuhe und Mütze.

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Autumn is coming

Genau 790 km bin ich in der Mongolei geradelt. Knapp drei Wochen war ich unterwegs.

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Mit einem unguten Gefühl bin ich in Erdenet losgefahren.

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Erdenet

Die ganzen Geschichten von alleinradelnden Frauen über Begegnungen mit alkoholisierten, übergriffigen Mongolen schwirrten mir durch den Kopf. Bei jedem Motorradfahrer, der sich mir näherte, klopfte mein Herz schneller.

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Ein bloeder Moment….
Am dritten Tag, folgte mir mit einem Motorrad ein ca. 14-15 jähriger mit seinen jüngeren Brüdern hinten drauf. Er fragte mich nach Zigaretten, fuhr weiter, hielt wieder an, fragte mich nach Alkohol, und beim dritten Mal fragte mich der kleine Bengel nach Sex. Ich schnauzte ihn an, fasste ihn grob am Handgelenk. Er verschwand mit seinen Brüdern. Was wird diese kleine Portion Arschloch in wenigen Jahren fuer eine grosse Portion Arschloch werden? Und was fuer ein Riesenarschloch muss sein Vater sein?

Die warnenden Worte einer befreundeten Radlerin nehme ich mir zu Herzen und suche fuer die Nacht Schutz bei Nomadenfamilien. Nur wenn ich 120% sicher bin, dass mich niemand sieht, geniesse ich die einsamen Nächte, alleine und weit weg von anderen Menschen.

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In voelliger Einsamkeit

…ein anderer bloeder Moment…
In einer Nacht, die ich bei einer Nomadenfamile verbringe, reisst mich plötzlich lautes Hundegebell aus dem Schlaf. Die Hunde gebärden sich wie verrückt. (Merkt ihr? Ich spreche nicht von „Koetern“.)

Ich oeffne das Zelt und sehe die Umrisse eines Mannes vor meinem Zelt hocken. „Oh, Gott, das ist der Besoffene von heute nachmittag.“ Er stattete „meiner“ Familie einen kurzen Besuch ab und war so besoffen, dass er kaum den Ausgang aus der Ger fand und über die Türschwelle stolperte.

Ich brülle ihn an: „Hau ab!“ Er zuckt kurz zurück. Und da höre ich auch schon jemanden aus der Ger kommen. Kurzer Wortwechsel und der Mann ist verschwunden. Natürlich kann ich nicht mehr schlafen, die Hunde bellen noch öfter, und ich habe Angst, dass dieser Typ zurückkommt. Mir wird angeboten, in der Ger zu schlafen, aber das lehne ich ab. Ich will meine Sachen nicht alleine draussen zurücklassen.

Ich will mir nicht ausmahlen, was hätte passieren können, wenn ich allein gewesen wäre. Mit Besoffenen, die körperlich stärker sind, als ich, kann ich nicht umgehen. Weil sie so unberechenbar sind, fühle ich mich in ihrer Gegenwart aeußerst unwohl, bin immer in Alarmstimmung und das strengt an.

Und das war es auch schon an unschönen Begegnungen in den knapp drei Wochen, die ich in diesem Land unterwegs war.

….und all die anderen schoenen Momente
Ich bedauerte, dass ich nicht mehr mongolisch konnte als: Danke, hallo, Verpiss dich, Pferd, Schaf, Hund, Ich, Halt den Hund zurück, Ich habe ein Zelt, Milch, Wasser und lecker. Manchmal halfen mir die zehn Woerter russisch, die ich wieder aus dem hinteren Teil meines Gehirnes hervorkramen konnte.

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Eine meiner „Adoptivfamilien“

In Erdenet entschied ich mich gegen Asphalt und bog auf den sandigen, holprigen Feldweg ab. Mehrere Spuren nebeneinander und ich sprang von einer auf die andere.

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Ich konnte es kaum fassen:
„Ich bin mit meiner Charlotte in der Mongolei.“
Ein Traum wird wahr, ein Traum, den ich mit mir herumtrug, der mir aber so unmöglich erschien, weil die Mongolei so weit ab von meiner damals geplanten
Route lag.

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Beautiful Mongolia

Und nun war ich hier. Radelte an Pferden, Schafen Kühen und Ziegen vorbei. Erfreute mich an den Gers, die ich nur aus dem „Bilderbuch“ kannte.

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Abends fand ich einen guten Platz für mein Zelt, unsichtbar vom Weg aus. Mit der Dunkelheit kam die Stille. So eine Stille habe ich noch nie gehört. Selbst im australischen Outback waren Autogeräusche zu hören. Und hier herrschte absolute Stille, die plötzlich vom Geschnaube eines Pferdes unterbrochen wurde. Eine kleine Herde graste friedlich am Abhang.

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surprise in the evening

Am naechsten Morgen regnete es in Stroemen. Ich packte zusammen, und fuhr, bzw. schob los. Es ging steil bergauf auf rutschigem, steinigen, von tiefen Rinnsalen und Gräben durchfurchtem Pfad. Kein Wunder, dass kein Auto unterwegs war. Ich hatte den anstrengendsten Vormittag meiner ganzen bisherigen Radtour vor mir. Dieses mal konnte ich nicht sagen: „es gibt schlimmeres.“ Ich war bis auf die Haut nass als ich den höchsten Punkt erreichte. Selbst hinunter musste ich schieben. Ich weiss nicht, ob ich in den Stunden insgesamt zwei, fünf oder zehn Kilometer geschoben habe.

In solchen Momenten bin ich froh, alleine zu sein. Ich glaube zu zweit würde gäbe es eher Gejammere. Alleine jammern bringt nichts. Man muss da einfach durch und fertig.

Bei der ersten Ger klopfte ich an. Sogleich wurde mir ein Hocker zum Sitzen angeboten, ein heisser Milchtee in die  eine Hand , eine kleine Schüssel mit Nudeln und Fleisch in triefend fettiger Sosse in die andere Hand gedrückt. Oh, was fuer liebe Menschen.

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Der Ofen spendete wohlige Wärme. Meine nassen Sachen landeten über einer Leine zum Trocknen. Man gab mir einen kuschelig warmen Mantel und die ganzen Gedanken an den anstrengenden Vormittag verloren sich in der Wärme des Ofens.

Es war ein Arbeitstrupp mit einer Chefin. Sie pflanzten junge Bäume, forsteten den Wald auf. Die Chefin bereitete das Essen. Abends wurde Karten gespielt, die Karten wurden theatralisch auf den Boden geknallt. Die Regeln, nein, die habe ich nicht verstanden.

Ich blieb die Nacht und am nächsten Morgen bedeckte eine dicke Eisschicht mein Zelt.

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cold night

Die folgende Nacht verbrachte ich wieder bei einer Ger, melkte ein Kuh und fand mich plötzlich auf dem Rücken eines Pferdes wieder. Wie man dieses Pferd antreibt und lenkt war mir klar, aber wie stoppt man es wieder? Wir holten zusammen Wasser aus dem entfernten Bach. Und zum ersten Mal wurde mir bewusst, wie hart

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always busy

dieses Leben hier draussen ist. Die Kühe müssen gemolken, die Milch gekocht und zu Käse und Butter verarbeitet werden, die Schafe müssen zusammengetrieben werden, das Auto repariert, gekocht, gebacken, abgewaschen, Wäsche gewaschen, Heu für den Winter geschnitten werden, ein Tier geschlachtet, Tag fuer Tag.

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Melking a cow

Selbst bei nur 10 Kühen dauert das Melken fast eine Stunde. Die Kälber werden kurz zur Kuh gelassen um die Milch zum Fliessen zu bringen. Dann kommt das Kalb wieder weg. Zwei, drei oder weniger Liter werden per Hand gemolken. Anschliessend wird das Kalb wieder freigelassen und es stürmt zurück zu Mamas Euter. Die Kuh erduldet alles mit friedlicher Gelassenheit.

Gegessen und getrunken wird tagein tagaus dasselbe: Milchtee, Gebäck, Nudeln mit Fleischstücken vermischt oder Chuschur, Teigtaschen mit Fleisch gefüllt. Kein Obst und kein Gemüse. Das ist nur (manchmal) in größeren Ortschaften und zu bekommen und die liegen viele Kilometer entfernt.  Obst und Gemüse müssen ausserdem gewaschen werden und das kostet Wasser. Mit dem Wasser wird jedoch sparsamst umgegangen. Das Abwaschwasser wird z.B. mehrmals benutzt, nachdem man es ueber dem Feuer wieder aufheizt. Es ist ein hartes Leben und nein, tauschen möchte ich nicht.

Einmal beobachtete ich einen kleinen Jungen, vielleicht fünf Jahre alt. Er galoppierte mit seinem Pferd die Strasse entlang, zurück nach Hause und wieder los. Eine kleine Portion strahlenden Glücks auf seinem Hoppepferd. Die Steigbügel baumelten unbenutzt am Bauch des Pferdes. Die kurzen Beine des Jungens reichten nicht heran. Am nächsten Morgen sah ich ihn wieder, in vollem Galopp zu einer Nachbarger reiten.
„Alles Gute, kleiner Junge, auf dass du im Leben so glücklich bleibst.“

Eines Vormittages kommt mir, so glaube ich, ein Mongole auf seinem Pferd entgegengeritten. Aber nein, ich täusche mich. Es ist Lukas aus Freiburg auf seinem Fahrrad. Spontan machen wir zwei Stunden Mittagspause,

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Lukas

quatschen und quatschen. Er hat eine kleine Espressomaschine. 🙂 Er vermacht mir seinen Ersatzreifen, den ich vergessen habe zu besorgen und dann darauf gehofft habe, dass mein Vorderreifen auch nach 17.000 km noch durchhält. Und Lukas schenkt mir zu meiner grossen Freude auch sein Pfefferspray. Die Mongolei ist das zweite Land indem ich lieber mit als ohne Pfefferspray fahre (das erste ist die Türkei).

Nach einer Woche genoss ich meine erste Dusche. Bei einer aus Kanada ausgewanderten Familie, die in einem kleinen Dorf lebte. Ja, sie haben fliessend Wasser im Haus und das ist sehr selten in der Mongolei. Das Duschwasser verschwand mit bräunlicher Färbung im Abfluss. Mein Gott, was war ich dreckig. Dieser Abend tat mir gut. Umso schwerer war es, am nächsten Tag dieses saubere, geborgene Haus mit seinen lieben Menschen wieder zu verlassen, zurück auf den

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Asphalt, in den Gegenwind, zurück zu den Nudeln mit Fleisch, den Motorradfahrern, die mein Herz nicht mehr ganz so hoch schlagen liessen wie zu Beginn. Nach fast 200 km sehr langweiligem Asphalt ging es endlich wieder ab in die Pampa. Hier fühlte ich mich mit dem Land, der Umgebung verbunden.

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Cycling offroad

Asphalt fühlt sich wie eine unsichtbare Grenze zwischen mir und dem Rest der Welt an, als ob ich durch einen Glastunnel fahren würde in dem ein Ventilator entweder von hinten oder von vorne Luft hineinbläst oder er ausgeschaltet ist.

300 Kilometer quer durch das Land nach Tsetserleg liegen vor mir. Ich entscheide mich für den langen unwegsamen bergigen Weg.

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sometimes not really easy

Wieder muss ich schieben, einmal ist es so steil, dass ich zweimal laufen muss. In dem Moment kommt ein Mongole auf seinem Motorrad den Berg hinauf gefahren. Er bietet an, mich auf seinem Motorrad mitzunehmen, der Witzbold. Und helfen, das Fahrrad hinaufzuschieben? nein, das nicht, da fährt er lieber weiter. Da fällt mir ein: Die Mongolen gehen ungern zu Fuss, habe ich irgendwo gelesen. Oder aber er ist so emanzipiert, dass er den Gedanken, die Frau, das schwache Geschlecht, dem MANN hilft, nicht kennt. Das würde mich freuen. Oben angekommen finde ich den allerschönsten Platz zum Campen. Ich bleibe obwohl es erst früher Nachmittag ist.

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Einige Tage später werde ich bei einer Ger eingeladen. Dort arbeiten auch zwei Taubstumme. Ja, mit ihnen kann ich immer noch am besten kommunizieren. Ich frage sie, wo das Wasser herkommt, weil ich weit und breit keinen Bach sehe. In einiger Entfernung ist eine Grundwasserpumpe, so erklären sie mir. Alle Gers in der Umgebung holen ihr Wasser von dort. Es ist sauber und sogar trinkbar. Abends werden die Stuten gemolken, die Ziegen und Schafe in einen Pferch

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zusammengetrieben. Die Tiere werden auf Verletzungen und den Zustand ihrer Zähne untersucht. Zwei Schafe werden eingefangen. Ihre Zähne sind so schlecht, dass sie die ersten wären, die verhungern, wenn der Schnee fällt. Eines von ihnen wird deshalb noch am selben Abend geschlachtet. Ich schaue zu. Das Schaf wird getötet, indem ihm der Bauch auf der Länge von knapp 15 cm aufgeschnitten und ein Organ, (vielleicht die Galle) rausgeholt wird. Nach zwei, drei Minuten ist es tot. Ist es weniger grausam, das Schaf halal zu töten?

Fachmaennisch wird das Fell abgezogen, das Blut mit einer kleinen Schüssel abgeschöpft, die Innereien in brauchbar und unbrauchbar aufgeteilt und gewaschen. Da ist nicht viel Fleisch an so einem dicken Schaf. Nein, das meiste sind natürlich Innereien, aber das wird einem Stadtmenschen wie mir, erst jetzt klar, nachdem ich zusehen konnte.

Ich hatte Angst, dass mich die Bilder im Schlaf verfolgen, aber das taten sie nicht. Und irgendwie verstand ich nun die Lebenseinstellung und Denkweise, einem geschlachteten Tier für seine „Gaben“ zu danken.

Nymka
Nymka sprach mich an, als ich in chaaschad, einem kleinen Dorf die Wasserflaschen

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still 23 km to Chaschaad

an der öffentlichen Pumpe auffüllte. Es war Mittags und er lud mich zu sich und seiner Oma zu Hause ein.

Nymka hat gerade sein Kunststudium in Ulaan Bator beendet und lebt nun für ein paar Monate bei seiner Oma, die mit ihren 84 Jahren nicht mehr gut zu Fuss ist. Liebevoll kümmert er sich um sie. Kocht, wäscht ab, räumt auf, kauft ein.

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Er hat für die LGBT -Bewegung (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) in Ulaan Bator (UB) einige Zeichnungen entworfen und schenkt mir einen Sticker: Let boys be feminine. Wir unterhalten uns über Literatur, Filme, darüber, wie es ist, nicht als „normaler“ Mann in der Mongolei zu leben, über Toleranz und Intoleranz. Nymka, eine intellektuelle erfrischende Kuenstleroase inmitten der Schafe, Kühe und Ziegen.

DSC_0528_ergebnisIch bleibe die Nacht. Wir haben uns so viel zu erzählen und wir schweigen. Ein ruhevolles friedliches Schweigen. Ich bleibe auch die nächste Nacht. Die Oma ist nervös. es ist nur noch sehr wenig Fleisch im Haus. Einer ihrer Söhne, der eigentlich Fleisch vorbeibringen wollte, konnte nicht kommen. Nymka und ich gehen zum Dorfladen. Ich kaufe Kartoffeln, Kohl und Mohrrüben. Die Kartoffeln koche ich extra. Mit einem Messer pikse ich in eine der Kartoffeln um zu prüfen ob sie fertig sind. Die Oma sagt etwas zu Nymka und Nymka übersetzt: „Oh, Gott, sie hat in die Kartoffeln gestochen.“ Ich habe einen Riesenfehler begangen und Nymka erklärt der lieben Oma, dass ich es nicht wüsste. Man pikst nicht mit einem Messer in etwas hinein, so wenig wie man auf die Türschwelle einer Ger tritt und so wenig wie man Müll in den Ofen schmeisst. Letzteres verbost den Feuergott und erstere bringen Unglück.

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Nymkas Oma

Das vegetarische Essen schmeckt den beiden, nur dem kleinen Enkelsohn, der wochentags hier auch lebt, schmeckt es nicht. Er mag kein Gemüse.

Die liebe Oma macht sich auch Sorgen um mich: „Ist sie auch warm angezogen? Hat sie gut geschlafen, alleine in dem Haus? Hat sie auch genug gegessen?“ Fragen, die Nymka mir uebersetzt und die ich ihr alle getrost mit „Ja.“ beantworte.

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Nymka and is wonderful Oma

Am nächsten Morgen mache ich mich auf den Weg, noch 100 km Feldwege vor mir. Der Wind bläst eiskalt ins Gesicht. Ueber die Handschuhe habe ich noch die Wollsocken aus Neuseeland gezogen aber der Wind bläst so durch und Plastiktüten habe ich keine. Die Finger kann ich kaum noch fühlen. Ich schiebe durch den Sand. Ach, eigentlich könnte jetzt auch Schluss sein. Die wunderbare, einzigartige Begegnung mit Nymka als krönender Abschluss meines Mongolei-Radel-Abenteuers.

Some more Pictures of Nymca and his Oma

Back to Ulaan Bator
Kurz entschlossen halte ich die zwei Autos an, die mir entgegenrumpeln. Meine Sachen in das eine Auto, Charlotte auf die Fässer im anderen und ab gehts zurück nach Kharkhorin. Eine lustige Fahrt in einem alten russischen Kleinlaster, dessen Stoßdämpfer wohl die besten der Welt sind. Abends im Dunkeln komme ich irgendwo in UB mit dem Bus an. UB gehört nachts nicht zu den sicheren Städten auf dieser Welt und ich mache drei Kreuze als ich um 22:00 Uhr sicher in meinem Hostel ankomme, welches ich fast drei Wochen zuvor verlassen habe, das Abenteuer Mongolei vor mir, und das Abenteuer Mongolei nun hinter mir.

Eine Woche bleibe ich noch in Ulaan Bator, besorge schon hier das Vietnamvisum und geniesse die Zeit des Nichtstuns, des Rumgammelns. Geniesse es, mir keine Gedanken über den Schlafplatz fuer die Nacht machen zu müssen, geniesse die riesige Auswahl an Essen, geniesse Strom und fliessendes, ja sogar heisses Wasser.

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enjoying life in Ulaan Bataar

Und die Vorfreude auf den Süden Chinas und auf Vietnam wächst und wächst.

More Pictures

Winter will be long.  Temperatures dip to around -30 degrees for half a year.  When I arrived, so had autumn.  During the day the temperature hovered around 0 degree, at night it was below 0, and an icy wind welcomed me.   I wore everything I owned: 2 warm sweaters covered by a fleece jacket, warm winter trousers, mittens and a wool toque.

For the last 3 weeks, I’ve cycled 790 km through Mongolia.  When I left Erdenet, stories of single female cyclists being accosted by unruly and drunk male Mongolians were whirring around in my head.  With each approaching motorcyclist my heart was beating faster.

a bad moment
On the third day, I was followed by a motorcycle driven by a 14-15 year-old teenager with his younger brother on the backseat.  He stopped asking for cigarettes, when I told him I had none he took off.   A short while later he stopped again asking for alcohol and on the last stop, the little rascal asked for sex.  When I snarled at him and caught him roughly by the wrist, he took off.  What will become of this little asshole when he is older?  And what a big asshole must his father be?

I took to heart the warning words of a cycling girlfriend who advised to do nothing that can be in any way harmful.  Instead of camping out alone, I looked for shelter with the nomads.  Only when I was absolutely sure it was safe did I camp out and enjoyed the lonesome nights, far away from people.

another bad moment
One night when I stayed with a nomad family, I was roused from my sleep by loud barking dogs.  I opened the tent and saw the outlines of a man crouching before me.  “Oh my God, this is the drunk man I met earlier today“.  He was going to pay „my“ get a short visit, but he was so drunk that he hardly found the exit from the Ger and tripped over the door threshold.  I yelled at him and, sure enough, someone from the Ger came to my rescue.  Followed by a short verbal exchange, the guy disappeared.  Of course, sleep was out of the question.  I was afraid that he might come back.  The nomads offered to let me sleep in the Ger but I declined because I didn’t want to leave my things out in the tent.

I didn’t want to imagine what could have happened had I been alone.  Although I believe I can handle myself in many situations, it is different with drunks because they are unpredictable and physically stronger.  I feel extremely uneasy under those circumstances and my innate alarm system is on high alert.  This was all the bad experiences I had in the three weeks I was in Mongolia.

and all the other great moments 
I was sorry that I was not able to speak more Mongolian than: “thanks, hello, piss off, horse, sheep, dog, keep the dog back, I have a tent, milk, water and tasty”. I had to dig deep into the recesses of my mind to remember some Russian words I learned a long time ago.

In Erdenet I decided against cycling on asphalt roads and stayed on sandy, rough country lanes.  Several tracks were carved into the lanes side by side and I jumped and bumped from one to the other.  I could hardly believe it, “my Charlotte and I are in Mongolia“.  A dream come true – a dream I had carried around in my heart that seemed impossible because Mongolia was so far off my planned route.  And here I was.  Cycling in the middle of horses, sheep, cows and goats.  When I was invited into the Gers, I knew only from early childhood picture books, I was very happy.

In the evening of the first day of cycling I found a good place for my tent, invisible from the road. With darkness came a silence that I’ve never heard before.  Even in the Australian outbacks I could hear noises from automobiles.  But here, there was absolute silence, interrupted only by the peaceful neighing of horses grazing in the distance.

Next morning it was raining cats and dogs.  I gathered all my things and began pushing my bike up the hill through gravelly rivelets and slippery ditches carved out by the pouring rain.  Of course, I couldn’t have heard any cars the previous night, it would have been impossible for a car to pass.  It was the most strenuous morning of my journey so far.  Usually I can tell myself that there are worse conditions, but not that day.  I was drenched through to my skin when I arrived at the peak of the mountain.  Even going downhill I had to push my bike, it was too steep and too dangerous for cycling.  I was oblivious to the distance I covered that morning, it could have been 2 km or 5 or 10.

At times like this I am grateful to be alone.  There is no bellyaching when you are alone.  You just have to get on with it.  When I saw the first Ger I knocked and was immediately offered a stool and a glass of hot milk tea with a bowl of noodles and meat.  Oh, what compassionate and friendly people.  The stove provided cozy warmth; they gave me a warm coat and slowly I forgot the ordeal of the morning.  My wet clothes hung by the fire over a line.  The people in the Ger were reforesting workers planting trees.  The boss prepared the evening dinner.  At night there was an interesting card game in which the cards were thrown on the floor in a very dramatic fashion.  Rules I didn’t understand.  I stayed close to the ger and next morning my tent was covered in a thick layer of ice.

The next night I also spent close to a ger.  I milked a cow and then found myself on the back of a horse.  How to ride a horse I knew, but how to make a horse stop, I had yet to learn.  Drinking water we got from a distant brook.  And for the first time I became aware of how hard this outdoor life really is.  The cows must be milked, the milk must then be cooked and processed into cheese and butter, the sheep must be rounded up, and cars must be repaired.  Then there are daily chores like cooking, baking and doing laundry.  All by hand.  Hay has to be cut for the winter, animals must be slaughtered for daily meat.

The milking of 10 cows takes one hour.  The calves are brought to their mothers to start the milk flowing and then they’re removed.  Two or three litres are  milked by hand before the calves are released again and hurry back to their mothers.  The cows remain remarkably calm during this entire process.

The meals are the same, day in and day out: milk tea, pastries, noodles with meat mixed with Chuschur (some kind of dough filled with meat).  There are very few vegetables and fruits which are only available in larger centres.  Moreover, fruit and vegetables must be washed and this uses precious water.  Water is treated like a valuable commodity.  Dishwater is used several times, it is reheated on the fire for another wash and then another.  Life is hard and no, I would not like to exchange my life with theirs.  Once I observed a little boy, maybe five years old.  He galloped with his horse along the street, then he rode home and then back again.  A very happy and proud child on his little horse.  The stirrups dangled from the belly of the horse as the boy’s short legs did not reach them.  The next morning I saw him again, in a full gallop riding to a neighbour.  “All the best, little boy, in your life.  May you remain this happy in the future.“

One morning, I thought I saw a Mongol on his horse come towards me, but to my utter surprise it was Lukas from Freiburg on his bicycle. We took an extended lunch break and just chatted and chatted.  Lukas has a small espresso maker that we thoroughly enjoyed.  He gave me a spare  tire that I had forgotten to buy (I had been praying that, after more than 17,000 km, the tire would continue to hold air).  When we said our farewells, Lukas also handed me pepper spray.  Mongolia, next to Turkey, is the other country I would much rather not be without pepper spray.

After one week I enjoyed my first shower in the home of a Canadian family who now made this small village their home.  Yes, they had running water, a luxury in this country.  Oh, I was filthy, the water running down the drain had a really yukky colour.  The evening was wonderful for me.  With a heavy heart, I left this nice family the next morning.  But I had to carry on, back to the asphalt roads into the ruthless head wind, back to noodles with meat, and to the bike riders for whom I had, by now, lost my initial fear.

After 200 km of asphalt roads it was back to the Pampas.  I felt totally at peace here.  Asphalt was like an invisible border between me and the rest of the world.   Ahead of me were 300 km through the country side to Tsetserleg. I decided on an almost impassable mountainous route.  Again I had to push my bike.  Once it was so steep that I not only had to push my bike but I had to dismount all my luggage and run it up the mountain separately.  When a Mongol passed me on his bike, he stopped and offered me a ride on his bike.  And what about my bike?   I once read that Mongols abhor going on foot anywhere.  Once on top of the mountain, I found the most beautiful camp site and, even though it was only early afternoon, I decided to stop.

Several days later I was invited to a Ger.  Two deaf and mute people work there.  Yes, with them I could easily communicate.  When I asked them from where the drinking water comes – I saw no brook anywhere – they explained that there is a groundwater pump in the distance.  That pump supplies water to all Gers in the surrounding area.  It is clean and drinkable.

In the evening the mares were milked, the goats and sheep rounded up in a pen.  The animals were examined for injuries and the state of there teeth.  Two sheep were caught that day and, because their teeth were so bad that they would be the first to starve after the snow falls,  they were butchered. The same evening I watched as the first sheep was killed with a knife that cuts a 15 cm slit in the belly and an organ (perhaps the gall bladder?) was removed.  The sheep is dead after 2-3 minutes.  Is it less gruesome to kill the sheep halal?

The sheep was skinned quickly, blood collected in bowls, the insides divided into usable and unusable and then it was washed.  There is not much meat even on an apparently fat sheep.  Most edible parts are internal organs.  It was an eye opener to a city child like me.  Although I was afraid that this experience would follow me in my dreams, it was not so.  Somehow I came to understand their way of life and their philosophy to thank the slaughtered animals for being the giver of meat, milk, skin.

Nymka
Nymka approached me when I filled my water bottles in the public pump in Chaaschad, a small village.  It was midday and he invited me to his and his granny’s house.  Nymka had just finished his art studies in Ulaan Bator (UB) and now lived with his granny who was 84 years old and not well.  He looked after her very lovingly doing  cooking, cleaning and the shopping.  He had finished for the  LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual and Trans-gender) movement in Ulaan Bator some drawings and gave me a sticker, “Let boys be feminine”, was the theme.  We talked about literature, films, about what is it like to live as „a normal“ man in Mongolia,  about tolerance and intolerance and much more.

Nymka – an intellectually refreshing art oasis in the middle of the sheep, cows and goats.  I stayed the night.  We talked a lot and we enjoyed silence together.  A peaceful comfortable silence.  I also stayed the next night.  But his granny was nervous, there was so little meat in the house.  One of granny’s sons was supposed to come by and bring food, but he was unable to.  Nymka and I went into the village to do the shopping.  We bought potatoes, cabbage and carrots.  After I had cooked the potatoes I stuck a knife into one of them to see if they were done, and granny was shocked.  “Oh God, she poked the potatoes with a knife”, I had committed a big blunder.  Nymka explained to her that I was not aware of local rules.  And then he explained to me that poking into the potatoes with a knife was like stepping on the door threshold of a Ger or throwing garbage into the stove.  The last upsets the God of fire and the first brings bad luck.  Even though I broke a taboo, they all liked the vegetarian meal I cooked, except the little grandson who lives with them during week days and he, like children everywhere, did not like vegetables.

When I got on my bike the next morning – still another 100 km of rough country lanes before me – an ice cold wind was blowing in my face. I pulled woolen socks from New Zealand over my gloves, but alas, the wind was so cold that I could hardly feel my fingers.  I needed a plastic bag on top of the socks, but I had none.  I was pushing my bike through the deep sand.  Why not end my bycicle tour in Mongolia now with my friendship with Nymka as the crowning jewel of my Mongolian biking experience.

When I saw two cars coming towards me, at the spur of the moment, I decided to hitch hike.  One of the cars took me and the other took Charlotte and thus we got back to Kharkhorin.  A most amusing journey in an old Russian truck whose shock absorbers were likely the best in the world.  Somehow, I arrived the same evening in Ulaan Bator by bus.  After dark is generally not the safest place to be alone in this city,  and I thanked my lucky stars when at 10 pm I found the same hostel I first stayed at when I arrived there three weeks ago to begin my adventure of Mongolia.

Back in Ulaan Bataar
One week I had remaining in Ulaan Bator to obtain my Vietnam visa and the rest of the time was for recovering, relaxing and idle thoughts.  No worries anymore where to sleep, I enjoyed the amazing array of delicious foods and the luxury of running hot and cold water.  And my anticipation to bike through the southern part of China and Vietnam grew by the minute.

4 Gedanken zu “Mongolia

  1. Hallo Heike,
    ich bin jedesmal faszieniert wenn ich Deine anschaulichen Reiseberichte lese. Ich bewundere Deinen Unternehmergeist und beneide Dich um die vielen, überwiegend tollen, Erfahrungen. Sigrid schreibt Dir öfter aber auch ich möchte es nicht versäumen Dir meine Begeisterung über Dein Tun mitzuteilen.
    LG aus Emmerich
    Gregor (der mit den zwei schwarzen „Hunden“)

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