Hokkaido

Hokkaido
After a sleepless night, I arrived in Hokkaido by ferry at 6 am.  I felt terrible and felt as if I would come down with a cold.  The first days on Hokkaido I spent with Akito and Mitsuo whom I had first met on the ferry to Sendai where they invited me to stay with them in Hokkaido.  Sightseeing was the first item on our agenda.  We visited a few lakes, ate a nice dinner followed by delicious ice cream and then took an excursion to Sapporo.  I fell into bed dead tired, hoping that sleep would help my cold…  (scroll down to continue reading in english)

Hokkaido. Morgens um 6:00 Uhr komme ich mit der Fähre an. Eine schlaflose Nacht liegt hinter mir. Ich kämpfe gegen eine Erkältung und merke, wie ich den Kampf verliere. Die ersten Tage auf Hokkaido verbringe ich in Tomakomai bei  Akito und Mitsuo. Die beiden habe ich auf der Fähre nach Sendai kennengelernt und sie luden mich damals zu sich nach Hause ein. Sightseeing ist angesagt. Wir fahren zu diversen Seen, essen lecker Eis, gehen lecker Essen, machen einen kurzen Ausflug nach Sapporo und abends bin ich hundemüde. Ich schlafe gegen die Erkältung an. Vielleicht gewinne ich ja doch?

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Akito and Mitsuo in front of their house

Einmal wache ich nachts auf. Hat das jetzt gewackelt? War das ein Erdbeben? Und mit dem Gedanken an einen Tsunami, der uns, die wir auf 6m über dem Meeresspiegel nächtigen, voll erwischen würde, drehe ich mich um und schlafe weiter. Am nächsten Morgen frage ich, ob es tatsächlich ein Erdbeben gegeben hat, oder ob ich nicht nur geträumt hätte. Ja, es gab eines, Stufe 2. Lächerlich!

Nach drei Tagen mache ich mich auf den Weg. Zum Glück ist es flach, ich habe Rückenwind. Strampel so vor mich hin, denn mehr würde ich nicht schaffen. Schon Gegenwind wäre fast zu mühselig. Nein, ich bin wirklich nicht fit. Ich weigere mich, krank zu werden. Will nicht wieder, wie in Australien, zwei Wochen lang krank und kraftlos herumliegen. Wo auch?

Es ist gerade „Golden Week“ in Japan. Drei Feiertage hintereinander und ganz Japan ist auf den Beinen. Entsprechend viel Verkehr ist auf den Strassen. Ich bin froh, als ich die Küstenstrasse hinter mir habe und auf eine kleine Nebenstrasse ins Landesinnere abbiege. Bei einem Haus frage ich, ob ich hier zelten dürfte. „Nein, aber da ist ein Campingplatz in der Nähe.“ Ich merke, wie Manami und Tatsuhiko immer unsicherer werden mit ihrem „Nein“. Und dann bieten sie mir einen Platz auf ihrer Pferdekoppel an. Sie bieten mir eine heisse Dusche an, und als ich draussen vor dem Zelt sitze , bietet mir Manami eine Packung Erdbeeren an. Ich möchte nur zwei Stück, denn Erdbeeren sind sehr, sehr teuer in Japan. Nein, ich soll die ganze Packung nehmen. Auch eine heisse Thermoskanne bringt sie mir.

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one of the horses of Manami and Tatsuhiko

Nachts holt mich der Husten wieder ein. Die Halsschmerzen kommen wieder, und am nächsten morgen bin ich gerädert. Wie soll ich heute die 500 Höhenmeter über den Pass schaffen? Ich bin echt verzweifelt. Aus irgendeinem Grund möchte ich die beiden nicht fragen, ob ich noch eine Nacht bleiben dürfte. Ich spreche sie noch einmal auf den Campingplatz an, und als mich Manami fragt, ob alles in Ordnung sei, da bringe ich es doch über mich, zu fragen, ob ich noch bleiben könnte. Sie schicken mich sofort ins Bett und ich schlafe und schlafe. Beschliesse, doch die Antibiotika zu nehmen und schlafe weiter. Abends verwöhnen sie mich mit dem allerbesten Essen. Eine Art Fondue: Gemüse, Nudeln und Fleisch werden kurz in einer Brühe angekocht, mit Staebchen herausgefischt und in verrührtes rohes (!) Ei getunkt. Ich kann überhaupt nicht mehraufhören zu essen.

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The longest tunnel of Hokkaido

Am nächsten Morgen stellen sie extra fuer mich gekaufte Milch auf den Tisch. Mannomann. Was sind die beiden fuer liebe Menschen. Ich bin ihnen unendlich dankbar. Und ich bin wieder gesund. Die 500 Höhenmeter sind schnell gemacht. Es geht durch den längsten Tunnel von Hokkaido, 4200m. Es macht wieder Spass zu fahren. Es ist wunderschön.

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I did not expect houses like these

Die Kuestenstrasse hat mich wieder. Ich fahre vorbei an eingestürzten, verrotteten Häusern. Die trostlose Szenerie erinnert mich an Bulgarien. Dies ist nicht das Japan, welches ich erwartete. Viele Häuser sind in einem sehr schlechten Zustand. Die öffentlichen Busse sind alte Rostlauben. Nur die Toiletten, die sind 1a mit ihren beheizten Klobrillen, Hinternduschen und Geräuschemachern.

Meine Frage an das rad-forum.de nach einsamen Strassen und kostenlosen Onsen auf Hokkaido wird mit wunderbaren Tips beantwortet und so führt meine Route zum Kussharo-See im Akan- Nationalpark. Hier gibt es gleich vier kostenlose Onsen. Mit Monika und Thomas, die ich auf einem Campingplatz treffe, liegen wir nachts in einem der heissen Becken. Die Sterne leuchten über uns und der Vollmond spendet ein wenig

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Free onsen at Akan NP

Licht in der Dunkelheit. Was fuer ein verdammt purer Luxus. Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Auto zu einem anderen Onsen. Direkt am See. Es ist noch früh morgens und wir haben ihn ganz für uns alleine. Das Wasser ist viel zu heiss, um darin zu baden, und so giessen wir das Wasser mit einer Plastikschuessel über uns.

Am selben Tag rase ich noch über 90 km zu einem kleinen Kuestenstaedchen. Ich hoffe inständig, einen trockenen Platz zu finden, wo ich einen Tag bleiben kann und er zumindest eine Toilette in Laufnähe hat. Am nächsten Tag soll es in Strömen regnen und ich habe keine Lust mich dem auszusetzen. Ich habe Glück. Bei der Polizei frage ich, wo ich hier campen kann. Der Polizist verweist mich an den Strand. Dort finde ich in einer

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a safe place

Fahrradgarage am Busterminal genau, was ich suche. Der Warteraum ist am nächsten Tag mein zuhause. Beheizt und mit Steckdose. Die Frau am Schalter schenkt mir einen Cafe und einer der Busfahrer schenkt mir eine Flasche Cola.

Der Rückenwind ist mein treuer Begleiter und bläst mich 106 km an der Küste entlang nach Okoppe. Ich schlafe in einem Eisenbahnwaggon. Sauber, mit Toilette und fliessendem Wasser. Das einzige, was fehlt, wäre eine Heizung. Als ich morgens aufwache, sind es fünf Grad. Ich packe alles zusammen und entschliesse mich, doch noch einen Tag zu bleiben. Der Aufenthaltsraum des Roadhauses hat eine Heizung und Wifi, und das macht mich glücklich. Die nächste Nacht im Eisenbahnwaggon bin ich nicht

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Koheiseki und Kobayakawa

alleine. Ich teile ihn mit Koheiseki und Kobayakawa. Koheiseki  möchte mit seinem, ich würde mal sagen 50Euro-Fahrrad, einem Korb hinten, einem vorne und einem Regenschirm alle Hauptinseln Japans umrunden und plant dafür acht Monate ein. Ich bin eine Runde Probe auf seinem Fahrrad gefahren, und muss sagen: Es fährt sich sehr angenehm. Und Kobayakawa hat einen solch verrückten Plan, wie ich ihn noch nie gehört habe: Er ist auf seinem 34.000 km Trip, der ihn zu allen Städten Japans führt. Zu Fuss. Fünf Jahre will er unterwegs sein. Ich frage ihn, ob das nicht auf Dauer langweilig sein wird. „Nein.“

Am Iwaonai See gibt es einen Free-Campground und die Frau an der Rezeption bietet mir eine Hütte an, die sonst etwas kosten wuerde. Es ist ein einfaches kleines Haus aus

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My hut for one night

Holz ohne Inventar, ohne Strom. Auf dem sauberen Holzfussboden breite ich mich aus. Es ist die Solidarität unter Frauen, die ich oft erlebe. Die Frau gab mir die Hütte, zeigte mir, wie ich sie abschliesse, weil sie mich nicht ganz alleine draussen im Park schlafen lassen wollte.

Mein Fahrradrahmen macht mir Sorgen. An der Sattelstrebe ist eine Roststelle. Ich stelle mir vor, wie ich mit Tempo 50 km/h den Berg herunterrase, und der Rahmen bricht, Oder wie ich in der Mongolei, mitten in der Pampa, vor einem kaputten Rahmen stehe und keinen Meter weiter kommen kann.Patria, die Rahmenfirma, rät mir, so schnell wie möglich, den Rost zu entfernen und die Stelle mit einer Rostschutzgrundierung zu versehen. Ich fahre zu dem Fahrradladen, bei dem ich tags zuvor eine neue Kette gekauft habe und versuche, dem Verkäufer klarzumachen, dass ich keine neue Farbe an der Stelle haben will, sondern den Rost weg. Er versteht mich nicht und zum Glück kommt in dem Moment ein Kunde, der englisch spricht.  Der Verkäufer holt eine Riesen-Schleifmaschine, mit der man Eisenbahnschienen durchsägen kann. Fast gebe ich auf. Ein anderer Mitarbeiter kommt in den Laden, holt

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a problem

ein kleines Koefferchen aus dem Nebenraum, mit genau den kleinen Schleifköpfen, die ich mir vorstelle. Er entfernt den Rost an den sichtbaren Stellen. Ich möchte, dass er auch am Rand der Roststellen den Lack abschleift, um zu sehen, ob sich darunter auch schon Rost gebildet hat. Er versteht, dass er groeßtflächig den Lack abschleifen soll, und weigert sich. Verständlicherweise. Wir lachen beide über das Missverständnis. So, der Rost ist ab, und nun die zweite Herausforderung: Rostschutzgrundierung. Wir gehen zusammen in den Farbenladen gegenüber und die dortige Verkäuferin will mir ein kleines Tuebchen Farbe verkaufen.  Google-Translator auf dem Handy einer anderen Verkäuferin übersetzt Rostschutzgrundierung ins Japanische (hoffentlich!) und die erste Verkäuferin will mir noch immer diese Farbtube andrehen und lässt übersetzen, dass die Farbe auch vor Rost schützt. Mein Gefühl sagt „Nein, das ist das falsche.“ Da kommt ein Verkäufer, dem ich auch noch einmal „Rostschutzgrundierung“ auf dem Handy vorlege. Er holt eine Sprühdose und mein Gefühl sagt mir, das ist richtig. Und es nervt mich, dass ich mich in dieser Situation frage, ob Männer tatsächlich mehr Ahnung von Technik haben als Frauen. Ich spruehe das Zeug auf die abgeschliffene Fläche und schenke die Dose dem Fahrradladen. Die Aktion hat einen Vormittag gedauert. Ich hole das Portemonnaie aus der Tasche um für die mindestens drei Arbeitsstunden bezahlen. „Is ok.“ Wow, das ist aber echt sehr nett. Wir machen ein paar Abschiedfotos und ich bin erleichtert, dieses Kapitel Rost am Rahmen vorerst abschliessen zu können.

Ich habe noch zwei Wochen Japan vor mir und ich habe keine Lust mehr. Ich überlege und komme zu dem Schluss, dass es auch  daran liegt, dass ich nun eine Karte habe, auf der alle freien Campingplätze eingezeichnet sind, die ich abends versuche zu erreichen, und somit fällt ein wichtiger, motivierender und spannender Teil meiner Reise weg: nämlich der freudige Ueberraschungsmoment meines Schlafplatzfindens.

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great place

Mit meiner Unlust  verlasse ich Asahikawa, will kleine Nebenstrassen fahren, sehe einen 30 Meter hohen Anstieg und denke:“ oh, ne, das mach ich jetzt nicht.“ Ich kehre auf die flache Hauptstrasse zurück. Diese Nacht verbringe ich unvorhergesehen beim Atelier „Tomte“, einer Töpferwerkstatt, in der körperlich eingeschränkte und psychisch kranke Menschen ein kleines Auskommen finden und betreut werden. Es ist urgemütlich. Ich schlafe im Töpferraum und geniesse die heisse Dusche.

Meine Motivationskurve nimmt exponentielle Formen an und am nächsten Tag rase ich hochmotiviert die 600 Höhenmeter zum Fukiage Onsen hoch.

Ein kleines Becken mitten in der Landschaft, Nur ein schmaler Fussweg führt dorthin. Abends sitze ich im heissen Bad, und gucke der roten Sonne zu, wie sie langsam zwischen den Bergen verschwindet.

Ich lechze nach umasphaltierten Wald– und Schotterwegen, doch alle, wirklich alle Wege, die ich einschlage sind nach wenigen Kilometern unpassierbar und ich fahre die ganzen Kilometer wieder zurück. Ok, die Wege sind durch ein Gatter gesperrt, ich schlüpfe

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Road ist closed – also for bikes???

unten durch, denn was fuer Autos gilt, muss nicht unbedingt fuer Raeder gelten, aber ich werde enttaeuscht. Ein gewaltiger Taifun wütete 2016 ueber Hokkaido. Lediglich die Hauptstrassen sind mehr oder weniger wieder hergestellt.

An meinem letzten Abend, den ich in Japan auf dem Rad unterwegs bin, frage ich in einem Ort beim Community Office, ob ich mein Zelt im Park aufstellen darf. Ich weiss, dass ein „Nein“ die Antwort sein wird. Ich weiss aber auch, dass sie mich nicht einfach wegschicken werden und bin gespannt, was nun passiert. Sie telefonieren ein wenig herum und zeigen mir den Weg zu einem Hotel etwas ausserhalb der Stadt. Dort werde ich auch schon erwartet: „Hello, Mister Heike.“ Mein Zelt darf ich dort auf dem Rasen aufstellen. Es ist nicht nur ein Hotel, sondern auch ein Onsen. Und dieses Onsen hat nicht nur heisses Wasser, sondern auch eine SAUNA (!). 🙂  90 Grad.

Was fuer ein fantastischer letzter Schlafplatz. 1000mal besser als ein Park.

Die letzten Tage in Japan verbringe ich bei Tamami, Masahito und Fuku, einer sooo wunderbaren Familie, die mich „von der Strasse“ aufliest, so japanuntypisch. Tamami parkt einfach vorwaerts ein. Es ist das einzige Auto in der Reihe, das anders herum steht.

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„my“ family

Fuku, die Tochter spricht sehr gut englisch. Sie erzählt vom Drang der Japaner, sich in Gruppen zusammenzutun. In der Highschool gibt es drei Gruppenarten: eine Gruppe für die „Streber“, eine fuer die „Schönen“ und eine fuer die „an Jungs interessierte“ Jedes Mädel muss zu einer der Gruppen dazugehören. Auch geht man weder alleine von der Schule nach Hause noch alleine zum Schulklo. Immer ist jemand dabei. Und warum? Man möchte nicht alleine gesehen werden. Auch stellen die SchülerInnen keine Fragen. Denn wer fragt, ist dumm.
Hoeku verbrachte ein Jahr auf einer amerikanischen Highschool. Dort lernte sie, ihre Meinung zu vertreten…
Sie lernt nun fuer den Toefl-Englisch-Test. Wenn sie ihn besteht, steht ihr der Weg frei, in die USA zurückzukehren und Kunst zu studieren. Ich drück ihr feste die Daumen.

Japan und ich
Ja, Japan ist ein Urlaubsland, Radeln hier ist nicht das Riesenabenteuer, wie in China oder Laos. Es ist ein entspanntes Vorsichhinstrampeln. Es gibt überall Wifi, es findet sich überall ein Platz fürs Zelt, es ist sehr, sehr sicher, und es gibt hier unglaublich nette Menschen. Natürlich wurde ich nicht beklaut, erlebte keinerlei sexuelle Anmache, wurde nicht übers Ohr gehauen……
In keinem anderen Land habe ich so viel zu Essen geschenkt bekommen.

Wer lange einsame Touren in der Natur erleben möchte, ist hier eher fehl am Platz. Dafür bietet Japan so viele unglaublich schöne Tempel, Häuser, Gärten, und natürlichh lecker Essen.Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt und würde aber niemals als Japanerin in Japan wohnen wollen. Zu gross wären fuer mich der Gruppenzwang, zu ausgeprägt das Hierarchiedenken und zu übertrieben die Arbeitsmoral.

Ein, zwei Sachen muss ich doch noch loswerden. Es gab nämlich auch Dinge, die mich unendlich genervt haben in Japan.

Die Plastiktüten:
Stellt euch vor, ihr geht in eine Bäckerei, kauft 10 Brötchen und der Verkaeufer fängt an, jedes Brötchen in eine einzelne Plastiktüte zu tun, und am Ende die 10 Plastiktüten in eine grosse Plastiktüte zu stecken….
Ich habe jedesmal die Krise bekommen, wenn sie so anfingen, und sie fingen IMMER so an.
Ich habe mir angewoehnt, mit meinem eigenen Becher bei den Convenient Stores Cafe zu kaufen, um den Pappbecher zu vermeiden. Ich stosse auf völliges Unverständnis. Einmal fragte mich die Verkäuferin ob sie den Cafe in den Pappbecher und dann in meinen eigenen Becher kippen soll…
Allerdings muss ich LAWSON lobend erwähnen. Dort bezahle ich sogar 10 Yen weniger, wenn ich meine eigene Tasse mitbringe.

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Plastic and expensive: 18 Euro a mango

Ich finde kaum eine Mohrrübe, die nicht in Plastik eingewickelt ist. Aepfel und Orangen sind noch einmal extra mit Styropor ummantelt. Fertigessen und Fleisch, was eh schon in Plastik eingeschweisst ist, wird noch einmal extra an der Kasse in eine Plastiktüte gesteckt. Es herrscht hier überhaupt kein Bewusstsein fuer Müllvermeidung dafür umso mehr fuer Mülltrennung.

Wer meint, die Deutschen seien Recycle-Weltmeister, irrt. Eine Plastikflasche endet zum Beispiel dreigeteilt. Der Deckel kommt in den einen Eimer, das aufgeklebte Papier in einen zweiten, und die Flasche in einen dritten.

der laufende Motor
Eine andere Sache ist der „laufende Motor“. Die Leute gehen einkaufen und das Auto steht mit laufendem Motor auf dem Parkplatz. Die Leute halten ihr Nickerchen, rauchen oder spielen stundenlang mit ihren Handies herum und der Motor läuft und läuft – und nicht um die Autoheizung in Gang zu halten, denn draussen ist es warm genug, bzw. das Fenster ist offen.

die Rollenverteilung
Manchmal bin ich in den Genuss japanischen Fernsehens gekommen. Es waren meistens Diskussionssendungen gewesen und wer hat diskutiert? Es waren NUR Männer. Frauen tauchen höchstens als Nachrichtensprecherinnen oder als kicherndes Beiwerk auf. Ernsthaft zu sagen haben sie nichts.

und worüber ich schmunzeln muss:
Wasser auffüllen lassen ist oft ein Viertelstundenakt gewesen. Da wird nicht einfach nur Leitungswasser in meine leere Flasche gegossen. Nein, da wird die Flasche erst von aussen gewaschen, dann von innen mehrmals ausgespült, dann das frische Wasser eingefüllt und zu guter letzt wird die Flasche abgetrocknet und mir in die Hand gedrückt. „Arrigatogosaimas – Danke.“

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I did not.

Wenn der Japaner einparkt, normalerweise rückwärts, dann ist der Einparkvorgang erst dann beendet, wenn das Auto absolut parallel und genau in der Mitte der Einparkstreifen steht. Da kann es schon manchmal oft vor und zurückgehen, bis das Auto richtig steht. Monika und Thomas, die mit einem Leihwagen unterwegs sind, haben erzählt, wie sie an einer Tankstelle von zwei Leuten eingewiesen wurden, damit sie richtig stehen.

Der Japaner ist pünktlich. Auf die Sekunde…

…und ich bin hoffentlich puenktlich Montag am Flughafen auf dem Weg in mein naechstes Reiseland: Taiwan

More Pictures:

All at once I woke up. Did we just have an earthquake? Not even thinking about the possibility of a tsunami that could wipe us out, I went back to sleep. When I asked the next morning whether there had been an earthquake or wether I just dreamed of, they answered in the affirmative and told me it was at level 2. Ridiculous!

Three days later, I was on my way again. However, in spite of the flat roads and wind in my back, pedaling did not come easy, I was feeling weak. Why was I not stronger? I should be fit. I refused to get sick again as I remembered Australia where I was sick for two weeks. Where would I go here?

At the time I arrived it was „Golden Week“ in Japan. A holiday that lasts three days and all of Japan is busy traveling. I was glad when the coastal ocean road was behind me and I headed inland through smaller roads. I asked at a house if could camp in their yard for a night. They declined. :“There is a campsite close by.“ I felt how Manami and Tatsuhiko got more and more insecure about their „no.“ They pointed me to a paddock. They offered me a hot shower and later brought me some strawberries which, at first, I declined because they are very expensive in Japan. But no, they insisted that I take the whole package. Manami also brought me a hot drink in a thermo can.

At night I was fighting a nasty cough and woke up tired and with a sore throat. How was I going to climb the 500 m to the pass? I was desperate. For some reason I did not want to ask them if I could stay for one more night. I mentioned the campsite and when Manami asked me if everything is fine, I was close to tears, jumped over my shadow and asked for one more night. Manami immediately put me to bed and I went to sleep. I decided to take antibiotics and slept again. In the evening they spoiled me with the very best of food. A sort of fondue: vegetables, noodles and meat briefly parboiled in a broth, then taken out with a stick and dipped into mixed raw (!) eggs. I could not stop eating. The next morning they offered me bought milk. Man oh man! What wonderful, dear people. I was infinitely grateful. And I was feeling healthy already.

I made the 500 m in height differential quickly. Then off to the longest tunnel in Hokkaido, 4200 m. Cycling felt good again, in fact, it felt fantastic.

I found myself on the coastal road again and passed many collapsed and dilapidated houses. Public buses were in a hopeless state. The scenery reminded me of Bulgaria. This is not the Japan I had expected. But the toilets with their heated seats and bottom showering are first class!!

My inquiries to ‚rad-forum.de‘ for quiet streets and free Onsen on Hokkaido were answered with great tips and thus my route led to the Kussharo lake in the Akan-national park. There I found four free Onsen. With Monika and Thomas whom I met camping, we spent the night lounging in one of the hot basins bathed by the light of the full moon and brightly shining stars. A pure and rare luxury. Early next morning we went to another Onsen by car. Directly by the lake and it was ours alone. The water was too hot for bathing, so we poured it over ourselves with a plastic bowl.

On the same day I biked another 90 km to a small beach village. As the forecast called for pouring rain on the next day, I hoped very much to find a place with at least a toilet nearby and where I can stay dry for one day. It was my lucky day. When I asked a policeman where I can camp, he pointed to the beach where I found exactly what I was looking for in a bicycle garage near the coach terminal. The waiting room was my home for the next day with heat and electrical outlets. The woman at the service counter offered me free coffee and one of the bus drivers gave me a bottle of coke.

A fortunate tail wind was my companion for the next 106 km along the coast to Okoppe. I slept in a railway truck. Clean, with toilet and running water. What was missing was heat. Upon waking up the next morning it was 5 degrees. I packed up my things but decided to stay one more day. After all, the room had heat and Wifi and this made me happy. Next night I shared the railway truck with Koheiseki and Kobayakawa. It was Koheiseki’s plan to cycle through all of the Japanese islands with his 50 Euro bicycle, one basket in the front, one in the back and an umbrella, in 8 months. I took a test run on his bike and had to admit it was a nice riding experience.

And Kobayakawa had a totally crazy plan I have never heard of. He was on a 34,000 km hiking trip through all the towns of Japan. On foot. His goal was to complete the trip in 5 years. When I asked whether this would not be too dull he answered with a resounding, „no“.

At the Iwaonai lake there was a free camping ground, but the very friendly receptionist offered me a free hut, where normally there would be a charge. It was a small wooden cabin without inventory and electricity. I put my sleeping mat down on the clean wooden floor and marveled at the solidarity among women. The woman gave me the cabin, showed me how to lock it because she didn’t want me to sleep alone in the park.

Then I had a worry and a big challenge about my bicycle frame. I had discovered a rust spot at the saddle brace and began having visions of racing downhill at 50 km/h and the frame breaking. Or I am in Mongolia, in the middle of the pampas totally alone with a broken frame and cannot move any single meter. Patria, the frame company, advised me to remove the rust as fast as possible and to protect the spot with a rust protection and preventative. When I went back to the bicycle store, where I had bought a new chain the previous day, I tried to explain that I do not just want to have new paintings on the frame but remove the rust first. He did not understand. Luckily an English-speaking customer came to the rescue. The shop clerk then came with a giant sanding machine that could cut through railroad tracks, for sure. I shuddered and almost surrendered. Another employee then went to the workshop and came back with the exact rasp that I thought I needed. He then removed the rust from all the visible places. Phew, one challenge successfully resolved and now to the second: the rust protection and preventative.

Together we walked to the paint store across the street where the shop assistant wanted to sell me a small little tube of paint. Google translator on the cell phone translated rust protection and preventative into Japanese (hopefully!) and yet the female shop assistant still wanted to sell the same paint tube and argued that this paint protects against rust. My gut feeling was that this was wrong. Along came another shop assistant (male) who again tried to get the translation on Google. He then got a spray can and my gut said, “yes, this is right”. I got upset asking myself in this situation if men really might know more about technic than women. I ended up spraying the stuff on the polished spot and returned the can to the bicycle store. The whole process took all morning. When I wanted to pay, fearing 3 hours of work, they told me there was no charge. Wow, I was happy and very grateful. We took a few farewell pictures and I was relieved to finish this chapter of rust on the bike frame for the time being.

I still had another two weeks Japan ahead of me and I didn’t really feel like enjoying it anymore. I thought about it and came to the conclusion that it was because I have a map now that lists free campsites I tried to reach in the evening. So an important, motivational part was lost. The exiting moment of finding a nice place to stay.

With this kind of ‚blah‘ feeling I left Asahikawa, riding along small side streets when I saw a 30 m high ascent. „ Oh, no, I am not going to do this.“ I went back to the main road. That night I unforeseen spent at the pottery studio “Tomte” housing physically and mentally challenged people who made their living there and were also taken care of there. It was very comfortable. I slept in the potter’s room and enjoyed the hot shower.

My motivational curve increased exponentially and the next day, highly motivated, I climbed the 600 m to the Fukiage Onsen.

Only a narrow foot path led to the small basin in the middle of beautiful scenery. Sitting in the hot bath in the evening I watched a beautiful sun set behind the mountains.

After riding on asphalted road for so long, I was yearning for natural forests trails. Although I tried many different paths, climbing barriers or passing underneath them, none of them proved passable and I was forced to return to asphalt roads again. Apparently this was the result of a violent typhoon that hit Hokkaido in 2016. Only the major roads were more or less reconstructed.

My last cycling evening in Japan I asked a community office if I could put up my tent in the park. I knew the answer would be negative. But I also knew that they would not simply turn me away and I was just curious to see what would happen next. They ended up doing some telephone calls and directed me to a hotel just outside the town. I was already expected:“ Hello Mister Heike.“ I put up my tent in front of the hotel.
Turns out it was not just a hotel but an Onsen that also had a SAUNA (!) 90 degrees. There I was already expected: “Hello, mister Heike.“ I was allowed to put up my tent on the lawn. What a fantastic last place to sleep, 1000 times better than a park.

I spent the last days in Japan with Tamami, Masahito and Fuku, a wonderful family who picked me up from the street, so to speak. Rather atypical for Japan. Tamami simply parks her car forward instead of back it in the parking space like all Japanese usually do, Her car is the only one in line standing the other way round.
Fuku, the daughter speaks English very well. She explained the urge of the Japanese girls to get together in groups. There are three groups at high school: one for the nerds, one for the beauties, and one for the boy crazies. Every girl belongs to one or the other. Also one never goes to or from school or to the school loo alone. There is always somebody present. And why? One does not like to be seen alone! Also schoolgirls don’t generally ask questions. Because she who asks, is stupid. Fuku spent one year at an American high school. That is where she learnt to express her opinion… She was studying for the Toefl-English test when I met her. If she passes, she is free to return to the USA and to study art. I gave her the thumbs up.

Yes, Japan is a relaxing holiday country. Here cycling is not the great adventure as it is in China or Laos. Wifi is everywhere, there is a place to tent everywhere, it is a safe place to be and people are incredibly nice. Of course nothing was ever stolen from me, no sexual overtures, no-one pulled a fast one on me. In no other country have I been given so much food.

Japan is not the right country to experience nature. Culturally, Japan has a lot of offer, temples, architecture, gardens, food, etc. Although I have always felt safe and secure in Japan, I wouldn’t want to live there as Japanese. I found the urge to belong, the hierarchial way of thinking and the exaggerated work ethics too much to live with.

Some issues I have to mention: Imagine: you go to a bakery and ask for 10 buns, the sales clerk individually wraps each and every bun and then puts them in another plastic bag. I always got upset when they started packing my buns and they ALWAYS started like this.
Second: Every time I went to a coffee shop I brought my own mug to be filled to avoid using one way plastic mugs. And each time I was met with a total and complete lack of understanding. Once a clerk even asked me if she should first fill a one way plastic mug and put it into my own mug after.
But I have to mention LAWSON in a positive way. I even pay 10 yen less using my own mug.
There is no carrot in Japan that is not wrapped in plastic. Apples and oranges are covered in styrofoam. Ready food and meat is welded into plastic and is placed in another plastic bag at the cash register. No consciousness here about garbage avoidance or elimination.

If you think Germans are recycling world experts, you are wrong. In Japan recycling of a plastic bottle, for example, is divided into three parts. The lid goes in one bucket, the taped-on paper in another, and the bottle in a third container.

Often when people go shopping they park their cars with engines running. Many people hold their naps or smoke or play for hours on their cell phones and have the car engines running – and not to heat the car, no, it is hot outside and the car windows are open.

Several times I have had the pleasure of watching Japanese television. Most of the times it was discussion broadcasts and who took part in the discussions? ONLY men. Women appear at most as newscasters or as giggling accessories. They don’t have influence.

To fill up a water bottle is not a small act. No, the bottle is first washed from the outside, then it is rinsed several times from the inside, then the bottle is filled with fresh water, after that it is dried and friendly pressed into my waiting hands. “Arrigatogosaimas”, thanks.

When Japanese people park their cars normally backing in, the parking ritual is only finished when the car is absolutely and clearly placed in parallel and in the (perfect) middle of the parking markers. It can take a long time before the car sits just so. Monika and Thomas who were on the move with a rental vehicle have told me how they were directed in a gas station by two men so that their car sits perfectly in line with the gas bar.

The Japanese are overly punctual … and hopefully I will be at the airport on time for my next travel destination: Taiwan

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