Bali ohne Bike

Bali – a great holiday destination for those who would never do without cappuccino, pizza, pastry, etc. and who seek few adventures and rely on timely travelling times from A to B. Nothing here need be left to circumstances….
(scroll down to continue reading)

Ein tolles Urlaubsziel fuer Menschen, die auch in der Ferne nicht auf gewohntes verzichten möchten, wie Pizza, Cappuccino, Kuchen. Die nicht auf Abenteuer aus sind, sondern sich verlassen wollen, und auch können, pünktlich von A nach B transportiert zu werden.

1.1474663113.opfergabe-vor-jeder-tuer

Balinese ritual

Die touristische Infrastruktur ist perfekt. Nichts braucht dem Zufall überlassen werden.

Ich lebe in einem Homestay, ein Zimmer mit Familienanschluss. Bevor ich mich fuer eine Woche hier einnistete wurde ich gewarnt, dass hier eine Hochzeit stattfinden würde und das es ziemlich laut werden wuerde. Ich war sehr gespannt.
Tage vorher wurden Gastgeschenke zusammengepackt, hunderte.

1.1474663113.viel-arbeit-vor-der-hochzeit

Preparing the wedding

Es wurden Gestecke aus Bambus, Blumen und Bananenblättern gebastelt, auch gefühlte hunderte. Zu keiner Zeit der Vorbereitung habe ich irgendeine Art von Gestresstheit mitbekommen. Kein genervt sein, keine laute Stimme, keine Falten auf der Stirn. Die Frauen sassen zusammen, quatschten, lachten, tranken Café, bastelten und schnippelten den ganzen Tag. Einen Tag vor der Hochzeit wachte ich um 4 Uhr morgens auf. Der ganze Garten war voller Männer, die das Essen zubereiteten.

1.1474663113.essen-zubereiten

Men prepare the food

Die eigentliche Hochzeitszeremonie habe ich verpasst. Ich kam zu spät, denn sie fing pünktlich an, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe.

Ich machte mich auf den Weg zu den Gilis, drei vorgelagerte Inseln vor Lombok, der Nachbarinsel von Bali.

1.1474663113.klares-wasser

Gili Air

Ich wollte dort schnorcheln und damit nachholen, was ich vor 20 Jahren nicht konnte, weil ich stattdessen mit 40 Grad Fieber in einer Bambushütte lag. Lombok hat sich nicht so sehr verändert, wie Bali. Es gibt sie noch, diese alten Bemos, kleine Transporter, in die sich 15 Leute auf Holzbänken zusammenquetschen,

1.1474663113.traditionelle-kutschen-auf-lombok

Public transport on Lombok

und die Pferdefuhren, gezogen von kleinen kräftigen Ponys.
Aber auch hier hat sich das Strassenbild sehr geändert. Wo früher die Bemos sich lediglich mit den Pferdekarren und Fußgängern die oft noch unasphaltierte Strasse teilten, prägen heute die unzähligen Motorräder das Strassenbild. Es stinkt und es ist laut. Ich lasse mich mit einem Motorrad die 30 km vom Fähranleger nach Mataram, der größten Stadt auf Lombok, fahren. Ein kleines Abenteuer, aber ich bin froh, dass ich es heile überstanden habe und frage mich, warum hier nicht alle fünf Minuten mindestens ein Unfall geschieht. Ich mag Mataram, werde nicht permanent von der Seite angelabert: „Transport, Transport, Taxi, Madame…yes, Massage!“ Ich bin die einzige Auslaenderin und habe einen Abend das Gefühl, mich im wahren, ursprünglichen Indonesien zu befinden, mit seinen Nachtmärkten, seinem Chaos und seinen entspannten, freundlichen Menschen.
Am nächsten Tag geht es weiter. Ich fragte die Frau des Homestays in Mataram, wie ich am besten zu den Gilis komme. Ich solle in eines der gelben Minibusse steigen, die fahren zum Busbahnhof und von dort gäbe es Busse.
Ich stieg in eines der gelben Minibusse und der Fahrer fuhr ganz woanders hin. Er spuckte mich irgendwo am Rande eines riesigen Marktes aus und fand aber einen anderen Fahrer, der in meine Richtung fahren wuerde.

1.1474663113.mit-dem-schnellboot-nach-gili-menos

to the Gilis with by speed boat

Das finde ich echt faszinierend: Es gibt keinen Fahrplan, keine Uhrzeit, keinen Plan und dennoch finden Reissäcke, Kartons, Kisten und Menschen zuverlässig ihr Ziel.

Auch die Gilis haben sich veraendert. Als ich das erste Mal hier war, 1994, fand ich Unterschlupf in einer Bambushütte, ohne Strom und ohne fliessend Wasser. Abends, wenn es dunkel wurde, kam eine Frau mit einer Petroleumlampe und hängte sie an an den Haken unter dem Vordach. Ich kann mich noch an die Stille erinnern. Und heute säumen Restaurants die Strandpromenade. Laute Musik dröhnt aus Lautsprechern. Auch hier gibt es Pizza und Pasta. Einzig die Pferdefuhren sind geblieben.
Ich fand ein Homestay im Inneren der Insel, im Dorf,

1.1474663113.mein-zuhause-auf-gili-menos

Homestay on gili Air

abseits des Tohuwabohus und blieb zwei Naechte. In der ersten Nacht war Stromausfall auf der ganzen Insel. Alles war dunkel und still. In der zweiten Nacht schallte die Technomucke von der Nachbarinsel herüber und der Gestank nach verbranntem Plastikmüll wehte durch die Tür direkt in meine Nase.
Nein, ich fand es nicht sonderlich toll auf der Insel, aber schnorcheln war geil! Fische in den buntesten Farben, gross und klein, Korallen, klare Sicht. Den ganzen Vormittag verbrachte ich im Wasser. Ein Erlebnis, das ich nicht missen moechte.

Zwei Tage eher als geplant war ich wieder in Ubud in meinem Homestay, indem ich mich zuhause fühlte, meldete mich wieder fuer eine Woche Yoga an und machte mich auf die Suche nach einem Friseurladen.

1.1474663113.beim-friseur

You understand?

Die Friseurin sprach kein Englisch. Sie weigerte sich, mir einen kurzen Männerhaarschnitt zu verpassen. Sie hatte keinen Rasierer und so einigten wir uns auf mittelkurz. Sie besass auch keinen Spiegel, indem ich mir mal meinen Hinterkopf angucken könnte. Stattdessen machte sie Fotos mit ihrem Handy. Ich skizzierte auf einem Stück Papier die Vorstellung meines zukünftigen Haarschnittes und wie ich es auf keinen Fall haben wollte und sie verstand.Zufrieden mit meinem neuen Haarschnitt verliess ich den Laden.

Und dann ging es zurück nach Adelaide. Ich muss sagen „endlich“. Denn endlich ging es zurück zu meiner Charlotte. Ich kann es kaum erwarten, weiterzufahren, doch zuerst muss ich meine Halsschmerzen und meinen Husten loswerden. Ich kann mich ausruhen, bei Phil und Angela, diese beiden so superlieben Menschen hier in Adelaide. Phil holte mich um 7:30 Uhr vom Flughafen ab und wir machten einen Abstecher zum Meer.

1.1474663113.zurueck-in-adelaide

Happy to be back in Adelaide

Es stürmte wie wild, es regnete und es war saukalt. Ich denke an die arme Julie, die nun mit ihrem Fahrrad unterwegs nach Melbourne ist.
Mein Fahrrad ist auf Vorderfrau gebracht: neue Kette, neues Ritze, neues Innenlager, alles mehr als doppelt so teuer wie in Deutschland, aber es musste gemacht werden, nach 20.000 km.

More Pictures:

For one week, I lived in a homestay in Ubud with family connection. Prior to accepting this place, I was informed that a large and lively wedding was taking place shortly. My curiosity was aroused. There was activity abound, hundreds of gifts were made and wrapped, and cutlery was made from bamboo, flowers and banana leaves. At no time did I see any kind of stress nor did I hear raised or angry voices. The women sat together, talked, laughed, drank coffee and busied themselves making ornaments. The day before the wedding I woke up at 4 a.m. and found the garden crowded with men preparing dinner for the next day. Unfortunately, the wedding ceremony itself I missed as it had started – totally unexpected – on time…

Next I was off to the Gilis, three offshore islands near Lombok, not far from Bali. My plan was to go snorkelling which I had been unable to do more than 20 years when I was here for the first time, and I was lying sick in bed in a bamboo hut with a temperature of 40 deg.

While I saw some changes in Bali there was very little change in Lombok. And sure enough, there they were – the old Bemos – small transporters that acommodate up to 15 people squeezed together on wooden benches. And the carriages pulled by small but sturdy ponies. But the street scene has, regretfully, changed for the worst. Where 20 years ago, the Bemos shared gravel/dirt roads with horse-drawn carriages and pedestrians, today scooters and motorbikes are dominating the roads. The air is filled with exhaust and it is very noisy.

I decided to hire a motorbike driver to take me to Mataram, the biggest town on Lombok. This was quite an adventure and I am glad to say that I survived the trip. It still amazes me that there are so few accidents. I liked Mataram and appreciated that I didn’t get accosted every time I turned around, “transport, transport, taxi, Madame … yes, massage!“ Although I was a lone foreigner, I felt very much part of an authentic, warm Indonesia with its nightly markets, chaos and relaxed and friendly people.

Carrying on to the next day, I asked the woman of the homestay the best way to get to the Gilis. She suggested I take one of the yellow minibuses heading to the terminal and from there take a main bus. Heeding her advice I took a minibus and, lo and behold, the driver took off in a totally different direction. He kind of left me on the outskirts of a big market. I managed to hail another driver who took me to my destination. The phenomena here is that in spite of no bus schedule or time table, people, rice bags, boxes, etc. always seem to arrive at their final point of destination.

Oh, how the Gilis have changed… When I was here for the first time in 1994 I stayed in a bamboo hut without electricity and running water. As darkness approached a woman came in and lit a paraffin lamp that she then suspended on a hook in the anteroom. I so remember the quiet of the evenings. Now numerous restaurants line the beaches and music is amplified to a roar by many loudspeakers. If your preference is pizza and pasta, they are easy to find. Alone the horse-drawn carriages remain constant.

I found a homestay in a small village at the centre of the island away from all the chaos and I stayed there for two nights. The first night the electricity was down and everything was dark and quiet. The second night, unfortunately, loudspeakers transmitted the noise from a neighboring island and the stench from burning plastic (garbage?) very much insulted my tender nose. No, I was not impressed!

However, snorkeling was cool! Fish in colours of the rainbow, big and small, lots of corals, and a clear view. I snorkeled the whole morning, an experience I would not have wanted to miss.

Two days earlier than planned I was once again in beautiful Ubud where I felt very much at home. I registered for one week of yoga and then looked for a hairdresser. When I found one – she spoke no EngIish – she refused to cut my hair as short as I had asked her to. After I sketched an image of what I did and didn’t want in a haircut, both of us agreed on a medium-short hairstyle. She had no mirror but with a cell phone she took pictures of the back of my head and I was very happy with the way she layered it. I left the salon feeling very satisfied.

And then back to Adelaide, finally, to my beloved Charlotte. I couldn’t wait to start cycling, but first I had to get rid of my sore throat and my cough. Luckily I could rest up with Phil and Angela, two of the nicest people in Adelaide. Phil picked me up at the airport and then took me on a side tour to the sea. It stormed and rained, and it was bitterly cold. All I could do was think of poor Julie who was on her way to Melbourne…

I repaired and shined my bike like crazy: new chain, chink, and inside gears. Everything more than twice the price than in Germany. But I had to bite the bullet and spend the money; after all, some parts were worn out as I had travelled more than 20,000 km.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s