Happy cycling

In Puyuhuapi the rain has reduced the speed of my trip to near zero. I stay on the camping ground. This then is the infamous rain in the northern part of the Carretera Austral. I am caught. From now on it will l rain cats and dogs for five days. Relentlessly and continuously, the rain beats down on the corrugated roof of my make-shift shelter…. (Scroll down for more)

Luebecker Nachrichten
In Puyuhuapi hat der Regen meine Reise erstmal auf Tempo 0 entschleunigt. Ich bleibe auf einem Campingplatz. Dies ist er also, der beruechtigte Regen im noerdlichen Teil der Carretera Austral. Nun hat es auch mich erwischt. Fuenf Tage lang wird es wie aus Giesskannen regnen. Ununterbrochen wird der Regen auf das Wellblech trommeln, unter dem mein Zelt trocken und windgeschuetzt steht.

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dry tent in heavy rain in Puyuhuapi

Ich geniesse das Nichts Tun und vor allem das Nicht-nass-werden. Und dann wird mir doch ein wenig langweilig. Durchstoebere meinen Computer nach etwas Lesenswertem und finde unter Downloads den Zeitungsartikel aus den Luebecker Nachrichten wieder, den mir ein Freund vor zwei Jahren einmal geschickt hat. Ueber eine Frau, die mit ihrem Fahrrad Anton einmal um die Welt fahren moechte, zwei Jahre lang und gerade in den Startloechern steht. Ich google nach ihrem Namen:  „Luisa Rische“ und finde ihren Blog. Er laesst mich nicht mehr los. Ich vergesse, wo ich bin. Luisa beamt mich in die Mongolei. Ich atme wieder die dreckige, abgasverpestete Luft Ulaan Bataars ein, sehe angstvoll die riesenbehoernten Rindviecher in der mongolischen Steppe auf ihr Zelt zustuermen und fuehle die Naesse, bzw. den See in ihrem Zelt nach diesem Gewitter, welches sich direkt ueber ihrem Zelt austobt. Ich friere mich mit ihr zusammen durch den beginnenden Winter in Japan gucke ihr fassungslos und kopfschuettelnd zu, wie sie mit ihrem Rad den Heaphy Track in Neuseeland durchrutscht, abrutscht, durchwatet, hochundrunter kaempft und scheinbar keinen Kilometer faehrt. Ich freue mich mit ihr ueber die so gastfreundlichen Australier, die sie permanent einladen. Ihr letzter Blogeintrag ist ueber die Ruta des los siete Lagos in Argentinien. Das ist – global gesehen – nicht weit von Puyuhuapi, ca. 600km. 

Ich schreibe ihr eine Mail, schreibe ihr, wer ich bin, wo ich gerade bin und wo ich die naechsten Tage auch bleiben werde. 

Abends im Zelt sauge ich ihre vorletzten Blogeintraege gierig ein und spare mir die letzten fuer den naechsten Morgen auf. wie einen kostbaren Schatz. 

Ich wache auf, schalte den Computer ein, im Schlafsack eingemummelt. Die Finger kalt. Die Blase drueckt. egal. Ich lese, durchleide gerade Luisas Hoehenkrankheit im Norden Chiles als mich eine weibliche Stimme, spanisch mit sehr deutschem Akzent wieder nach Puyuhuapi auf den Campingplatz zurueck holt. Ich stecke den Kopf aus dem Zelt: 

„Luisa?“ – „Heike?“

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Luisa and Anton

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Having Griesbrei and talking about food

Luisa und ich quatschen und lachen und essen und quatschen und essen und lachen und essen und quatschen zwei Tage lang. Ueber unsere Reisen, unsere Erlebnisse, ueber das Loslassen, das Entschleunigen, darueber, dass nicht das Fahren die Kunst ist, sondern das Anhalten. 

Die grosse Kuh
Und dann kommt die fast schon vergessene Sonne wieder. Wir machen uns auf den Weg. Luisa Richtung Sueden und ich Richtung Norden. Nachmittags finde ich ein unverschlossenes Gatter, dahinter Baeume, Buesche und Wiesen direkt an einem Bach. Ein perfekter Schlafplatz, den ich mir wohl mit einigen Kuehen teilen werde, wie ich an den erdbraunen Fladen erkenne. Ich fange an zu Kochen und fuehle mich ploetzlich beobachtet. Hinter einem Gebuesch steht eine grosse Kuh. Ich stehe auf um besser zu sehen. Nein, keine Kuh, ein Stier, der mich scheinbar neugierig, unentschlossen und abwartend aus seinen blutunterlaufenden Augen anglotzt. Auf Augenhoehe, so gross wie ich. 

Wenn ich hier in Ruhe zelten will und ich bin zu faul, alles wieder einzupacken und weiterzufahren,  dann muss dieses Tier weg und das  muss ich ihm klarmachen. Um groesser zu erscheinen nehme ich mein Fahrrad in die Hand und gehe langsam auf ihn zu: „Geh weg!, Geh weg.“ Der Koloss setzt sich in Bewegung, dreht mir seinen dicken Hintern zu und verschwindet in den Bueschen. Dann setzt mein Gehirn ein. „Sag mal, bist du von allen guten Geistern verlassen?“ Herzklopfen. „Was machst du da?“ Ploetzlich bekomme ich Angst, im Nachhinein.

Aber nein, irgendwie weiss ich, er tut mir nichts. 

Zehn Minuten spaeter steht er wieder dort, hinter dem Gebuesch. Starrt mich an. „Ich muss das jetzt durchziehen“ denke ich, lasse die Angst Angst sein, halte mich am Lenker fest und schiebe Charlotte auf das Tier zu. Ich schlafe gut.

Zurueck in Argentinien
Ich habe mich entschlossen, nicht unter den tiefhaengenden Regenwolken nach Puerto Montt, dem Anfang der Carretera Austral, zu fahren und so biege ich in Futaleufu ab nach Argentinien. Lecker Eis, queso fresco, bezahlbarer Cafe, Mate, Menschen, die ich verstehe, an all das denke ich mit im Bauch kribbelnder Vorfreude. Die sonst so regenreiche Carretera Austral verabschiedet sich mit brennender Sonne und knalliger Hitze von 34 Grad.

Die erste Nach in Argentinien verbringe ich auf einem Campingplatz direkt an der Grenze. Zwei andere Deutsche sind hier, die gerade dabei sind, mit der Campingplatzmanagerfamilie Apfelkuchen zu backen.

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delicious empanadas and Apfelkuchen

Ich helfe beim Schnippeln, wir trinken alle zusammen Mate, ich steuere meine Kekspackungen bei und dann gibt es Empanadas gefuellt mit Forelle aus dem Fluss gleich nebenan. Frisch gefangen. Was fuer eine wunderbare erste Nacht in Argentinien, was fuer ein Willkommen.

Meine Freude darueber, dass ich wieder in Argentinien bin, bekommt einen klitzekleinen Daempfer, sowie ich ueber dieses Wellblech aus Sand und faustgrossen Steinen mit geringstem Druck in den Reifen im ersten Gang dem naechsten Dorf entgegenwabbele. Trevelin. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Wie westeuropaeisch gross sind die Haeuser hier, ganz anders als in Chile, entlang der Carretera Austral, wo die Haeuser mit ihren Wellblechdaechern und Blechverkleidung an den Waenden, und der abblaetternden Farbe einen trostlosen, aermlichen Eindruck machten. Ich fahre zur einzigen Tankstelle, verliere mich fuer Stunden im Internet, bis sich der Hunger meldet. Soll ich jetzt noch weiterfahren, so spaet, wie es ist, oder doch Geld ausgeben fuer einen Campingplatz. Ich entscheide mich fuer den Campingplatz. Niemand ist da, das lauwarme Wasser in den Duschen kommt nur troepfelnd aus dem Hahn. Nein. Dafuer gebe ich kein Geld aus. Und mache mich auf den Weg zurueck zur Hauptstrasse. Vor mir radeln Maruja und Hernan, wie ich spaeter erfahren werde, auf ihren alten, rostigen Drahteseln. Plastikkisten vorne am Lenker irgendwie befestigt. Die Haare lang und zottelig. die Klamotten hippiebunt und abgerissen. Ich gebe mir einen Ruck und frage die beiden, ob sie einen Platz wuessten wo ich pennen koennte, fuer umme. „Klar, komm mit.“ Ich bin gespannt. Das wird was…Bevor wir aus dem Dorf herausfahren, kaufe ich noch eine Flasche Wein und wir stoppen vor einem Gemueseladen, aus dem Hernan mit einem Karton altem und angeschimmeltem Obst und Gemuese wieder herauskommt.

Wir biegen in einen Schotterweg ein, und nach einigen hundert Metern halten wir vor dem einzigartigsten, noch nie in der Art gesehenem kleinem Haeuschen an: „bienvenido“ Ein Haus aus Holz, Metall, wie ueber lange Zeit gewachsen, gleich einer alten knorrigen Eiche. Bloss viel heller und freundlicher, aufregend.

Hundertwasser ist dagegen quadratisch, praktisch, gut. Wir finden zwischen dem schimmeligen Obst und Gemuese auch etwas noch essbares. Sortieren es im Halbdunkeln aus. Wir koepfen die Flasche Wein. Sitzen bei Kerzenschein im ausgebauten, urgemuetlichen Linienbus und essen mit den Haenden.

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Kitchen and Livingroom

Ich erzaehle von der Mongolei, wie ich Nymka kennenlernte, am oeffentlichen Brunnen an dem es nur zwei Stunden am Tag Wasser gibt, wie ich auch dort mit offenen Armen aufgenommen wurde. Von ihm und seiner Grossmutter. Wir sind uns einig. Ueberall auf der Welt herrscht das Gute, still und leise. Ohne grossen Aufhebens.

Nach zweieinhalb Monaten im Zelt schlafe ich im Haus, auf dem Boden, das Flackerlicht der Kerze laesst die Geheimnisse jedes Quadratzentimeters im Inneren dieses Wunderwerkes nur erahnen.

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look inside the house

Aber morgen ist es hell und ich werde auf Entdeckungsreise gehen. Voll Dankbarkeit, diesen beiden lieben, ungewoehnlichen Menschen ueber den Weg gelaufen zu sein, schlafe ich ein. 

Und dies ist nur ein Bruchteil, von dem, was ich entdecken werde:

and the most beautiful toilet:

And Life inbetween

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raindrops

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Lago Futalaufquen

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dead son and desperate mother

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I start liking dogs

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What are fences good for?

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drying everything

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Kekse mit Mettwurst

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riding dog

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sudden view (Parque Nacional Queulat)

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The worst cafe I ever had for 3 Euro

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just a short break

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flowers again

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preparing the following days

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carretera austral

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toiletpaper everywhere

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mirror lake

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carretera austral in the rain and cold

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making a fire

und eine spannende Begegnung in Coyhaique bei einem Sattler:

I enjoy doing nothing and above all I am happy staying out of the rain, although I am getting bored.  I search on the internet about some good reads.  Under downloads I find an article posted two years ago in the Lübeck News about a woman who, with her bicycle Anton, was just at the start of her trip around the world. I google her name and, true enough, I find Luisa Rische’s blog.  I am fascinated and forget where I am: Luisa is in Mongolia which brings to mind the filthy, exhaust and gas-polluted air of Ulaan Bataar.  I see the scary big-horned cattle of the Mongolian steppe rushing towards her tent. I feel the moisture, or water, in her tent after a violent thunderstorm comes to a head directly above her.  I shiver with her as she is facing the start of winter in Japan.  Bewildered I shake my head as I see her wheels slip along the Heaphy track in New Zealand.  I watch her fall, wade through the mud, fight her way up and down the mountainous region and seemingly make no progress. I am happy with her as she finds hospitable Australians by whom she gets invited constantly. Her last blog entry is about the Ruta de los Siete Lagos in northern Patagonia, Argentina. This is – seen on a global scale – about 600 km from Puyuhuapi. I immediately email her, explain who I am and where I will be for the next few days.

At night in my tent I greedily devour Luisa’s penultimate blog entry and save the last for the next morning, like a precious treasure.  Waking up, I turn on the computer, still in my sleeping bag.  My fingers are cold as I read about Luisa’s altitude sickness in northern Chile when a heavily German-accented voice brings me back to the campsite in Puyuhuapi.  I stick my head out of the tent, “Luisa?” – “Heike?”   

Luisa and I talk and laugh and eat, and talk and eat and laugh endlessly for the next two days. About our travels, our experiences, about letting go and slowing down.  We agree the art of travelling is the stopping and enjoying the here and now rather than the racing about. Then we are on our way again. Luisa is southward bound while I head north. 

In the afternoon I find a beautiful camping place, hidden behind trees, bushes and a meadow, directly next to a stream. A perfect place to sleep but one that I will probably share with some cows as I recognize familiar cow fladen. I start to cook and suddenly feel  watched. A great bull with bloodshot eyes is staring at me from behind a bush. He and I are at eye level, face to face. If I want to camp here in peace, and I’m too lazy to pack everything up and drive on, then this animal has to go and I have to explain it to him. To look bigger, I take my bike in my hand and slowly walk towards him: „Go away !, Go away!“ This monster then starts to move, turns his big butt to me and disappears into the bushes. Then my brain starts,“Tell me, are you abandoned by all good spirits?“ Oh heart, quit palpitating… „What are you doing there?“ Suddenly I get scared. But somehow I know he will not harm me. Ten minutes later, he is back again. Staring at me. I have to go through with this now, I let go of my fear, grab the handlebar and push Charlotte towards the animal. I sleep well that night.

Since I am determined to avoid the deep-hanging rain clouds on the way to Puerto Montt (start of the Carretera Austral) I head for Argentina in Futaleufu. What I am thinking of and what gives me a feeling of pleasure are visions of delicious ice cream, queso fresco, affordable coffees, Mate, and people I can understand. I am leaving the typically rainy Carretera Austral under a burning sun with a temperature of 34 degrees. 

The first night in Argentina I camp close to the border and meet two other Germans baking apple pie with the camping place manager’s family.

I share my biscuits and we have Empanadas stuffed with trout from the river, right next door. Freshly caught. What a wonderful night in Argentina, what a welcome.

My pleasure at being back in Argentina gets a little damper, as I slowly make my way across a rough road of corrugated sand, gravel and fist-sized stones – all in first gear – with the slightest pressure in my tires.  I am searching for the next village, Trevelin. I am totally amazed at how western European this city looks with its big houses.  So different from Chile, along the Carretera Austral, where one can find countless houses with corrugated metal roofs and walls covered with sheets of metal with paint that is flaking off – an impression of poverty and hopelessness. 

I go to the lone gas station and lose myself for hours on the Internet, until hunger pains set in. Should I go on, at this late hour, or should I spend the money on a camping place? I opt for the camping place. Nobody is home, I try the tepid water in the showers but the water only comes dripping down. No, that won’t do. I am not spending money on this.  And so I find myself back on the road again.  

Ahead of me Maruja and Hernan are cycling on their old rusty clunker bikes. Plastic boxes fastened somehow in front of the handlebars. Their hair long and shaggy,  their clothes hippie bright and patched. I give myself a push and ask whether they knew a place where I could sleep for a night,  „Sure, come along.“ I am curious. What will this be? Before we exit the village, I buy a bottle of wine. When we stop in front of a vegetable store Hernan disappears inside and later emerges with a box of old and partly mouldy fruit and vegetables. 

We turn into a gravel path and, after several hundred metres, we stop in front of the most unique – never in the world seen before – little house: „bienvenido“.  A house of wood and metal, that looks like it has grown ancient and magical over time, like a gnarly old oak. Only much brighter and very friendly – thrilling.

Towards dusk, we rummage through the box and find something edible. We decapitate the bottle of wine. By candlelight and wine, we sit in the recycled, very comfortable old coach and eat with our hands. I talk about Mongolia and how I met Nymka by the public well in which water only runs two hours every day, and how I was welcomed with open arms by him and his grandmother. We all agree. Everywhere in the world exists the good, quietly and without fuss. 

After two and a half months in the tent I sleep in a house, on the ground.  The flickering light of the candle only lets me dream of the secrets that lie in every nook and cranny of this wonderful dream house. Tomorrow it will be bright and I will go and explore. With the deepest of gratitude that I was lucky enough to meet these two dear, unusual people, I fall asleep. And this is only a fraction of what I will discover:

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