Malaysia: Schwitzen und schwitzen


Headlines in local Malaysian newspapers read, “Schools in Perlis, Jerantut, and Temerloh will be closed tomorrow due to heat”. “El Nino is stressing out our chickens”. The mercury hits 47 degrees. It is not the dry heat I experienced in Turkmenistan and Uzbekistan. No, this is different – much worse – with high humidity….(scroll down to continue reading)

„Schools in Perlis, Jerantut, Temerloh to close tomorrow due to heat“ „El Nino is stressing out our chickens” so die Schlagzeilen der Zeitungen in Malaysia.
Bis zu 47 grad zeigt das Thermometer. Es ist nicht die trockene Hitze, wie ich sie in Turkmenistan und Uzbekistan erlebt habe. Nein, diese ist anders, schlimmer.

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Swedding

Denn dazu kommt die hohe Luftfeuchtigkeit. Der Wind bringt ein bisschen Kühle. Ich habe noch NIE in meinem Leben so geschwitzt. Tag und Nacht, ununterbrochen. Ich habe festgestellt, dass meine Iosmatte ja nicht nur gegen Kälte isoliert, sondern logischerweise auch gegen Hitze.

Wenn ich abends das Zelt aufstelle (-n lasse ;-)), steht es wie auf einer Waermeplatte.

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Children putting up my tent

Ich kämpfe mich durch die Hitze nach Alor Estar. Die Aussicht auf ein Zimmer mit Aircondition lässt mich schneller und schneller fahren. Mittags komme ich an, halte an einem Restaurant, an dem ich das erste Mal in den Genuss indischen Essens komme. Ich werde eingeladen. Nach unendlichem Suchen finde ich eine billige Absteige, aber sie hat das, was ich eigentlich nur will: Aircondition.
Ich schlappe durch die Stadt und komme an einem Computerladen vorbei. Ich frage die Leute dort, ob sie auch Computer reparieren. „Klar“, und so laufe ich zurück zum Hotel und komme mit meinem Schrottcomputer unterm Arm wieder zurück. Einer der Mitarbeiter kümmert sich um meinen Computer, während ich mich mit dem anderen, Allif, unterhalte. Allif arbeitet nur Teilzeit und den Rest seiner Zeit verbringt er in einem Kinderheim

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Allif with some of “his” children

Allif und bringt den Kindern Geschichte bei. Er redet mit den Eltern, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Er kauft von seinem Gehalt Schuluniformen. Er sucht Sponsoren für Schulbücher. Er selbst kommt aus einer armen Familie und hat sich den Weg an die Uni erkämpft und unterstützt nun andere arme Kinder, aus ihrem Elend herauszukommen. Allif hat mich schwer beeindruckt. Sein ganzes Geld, seine ganze Freizeit widmet er den Kindern. Am nächsten Tag holt er mich ab und wir fahren zusammen zum Kinderheim. Mädchen und Jungen sind getrennt untergebracht in verschiedenen Häusern. Sie leben dort, weil sie keine Eltern haben, weil die Eltern kein Geld haben, weil sie Gewalt erfahren haben. Wenn sie 19 sind, müssen sie gehen. Einige kommen wieder um zu helfen.Abends fahren wir noch einmal beim Mädelhaus vorbei. Vormittags waren sie in der Schule und nun sitzen sie draussen im Hof, essen oder machen Hausaufgaben. Und als sie mich sehen,

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Girls

springen sie auf, kreischen hysterisch herum und halten ihre Haare mit den Händen bedeckt. „I am a woman, I am a woman. Don’t worry. I am a woman.“ Sie setzen sich wieder hin. Klar, mit meinen kurzen Haaren könnte man meinen, ich sei ein Mann. Nichtverwandte Männer dürfen die Haare ein muslimischen, gläubigen Frau nicht sehen. Sie sprechen wirklich gut englisch und fragen mich Löcher in den Bauch. Kurzentschlossen halte ich, in etwas abgewandelter Form, meinen Vortrag, den ich schon in Karlsruhe gehalten habe. Die Fotos habe ich zufällig auf einem Stick dabei. Dieser Tag gehörte zu den schönsten Tagen meiner mittlerweile fast eineinhalb Jahren dauernden Reise. Danke Allif und danke euch Maedels.

Malaysia gefaellt mir. Ich treffe auf so viele nette Menschen. Die Schlafplatzsuche abends stellt sich als sehr einfach heraus, die Menschen sprechen gut englisch, und in diesem Multikultiland, in dem Malaien, Inder und Chinesen auf den ersten Blick

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Malaisian people

friedlich miteinander und nebeneinander leben, habe ich eine dreifache Auswahl an leckerem Essen. Es gibt kaum Hunde, weil Hunde bei den Muslimen als dreckig gelten. Katzen gibt es dafür umso mehr.

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Dogs are not welcome

Bei David, den ich ueber Warmshower kennenlerne, blieb ich doch tatsächlich sechs Tage. Seine Vorfahren kommen aus Indien und er hat das Fahrradfahren

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David

kennengelernt, weil ein Arzt ihm gesagt hat, Fahrradfahren tue ihm gut. Er fuhr Fahrrad in Indien, Südostasien, den USA, Europa und nächtigte hauptsächlich bei Menschen, die er selbst auch einmal bei sich in Malaysia beherbergt hatte. An

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Holzkohleherstellung

seinem freien Tag fuhren wir auf seinem Motorrad (er hatte einen zweiten Helm) die Gegend ab. Er zeigte mir die Palmoelplantagen, den Fischerhafen, eine Holzkohle-„fabrik“ Er zeigte mir verschiedene Pflanzen und abends plumpste ich völlig müde

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At the habour

aber sehr glücklich ins Bett. Wir trafen seine Freunde und ich habe den Eindruck, die Inder sind nur am Saufen. Selbstgebrautes Kokosnusszeug, was sehr lecker ist, Bier, was fünfmal so teuer ist, wie in Deutschland.
Ich entschloss mich, doch rauf in die Cameron Highlands zu fahren.Diese liegen auf 1300mNN. Ich checkte die Wettervorhersage und es sind verlockende 10 Grad weniger als auf dem platten Land. Das Problem: ich musste da ja auch hochkommen.

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on the way to the Cameron Highlands

Ein Tag Superanstrengung, an dem ich wieder einmal an meine Grenzen kam, und dann war es geschafft. Abends musste ich mir sogar die Jacke anziehen. Am nächsten Tag die restlichen Kilometer, noch einmal auf 1600mNN hoch und sich dann runterrollen lassen. Ich sass auf meinem Fahrrad und war den Tränen nahe. 23 Grad. Was für ein wunderbares Koerpergefuehl. Ich fühlte mich wie neugeboren. Nachmittags regnete es, grauer Himmel. Toll!!!
Und während ich hier draussen sitze und schreibe, steigt eine wohlige Kälte in mir hoch. Ich fange an zu frieren.
Toll!!

More Pictures:

 The wind brings only little relief. In my entire life, I have never sweated like this. Day and night, incessantly, there is no break. I have discovered that my iso mat not only protects against the cold, but logically also keeps the heat.

When I put up my tent in the evening, it feels like it sits on a warming plate. I struggle through the heat to Alor Star. The anticipation of an air-conditioned room gives me energy to go faster. When I stop for lunch at noon, for the first time I experience the delicious pleasure of an Indian meal. I am invited. Then after a grueling search I find cheap accommodation that has what I want most – air conditioning.

Completely exhausted I wander through town and pass a computer store. I ask the staff there if they also repair computers. “Of course”, is their answer and I run back to the hotel get my scrappy computer. One of the employees looks at my computer, while I talk to Allif who works at the store part time. His other job is to teach history in a home for children. He encourages caregivers, parents and children alike to continue going to school. He buys uniforms for the kids and is always looking for sponsors for schoolbooks.

Allif comes from a poor family and has worked his way through university and now supports other children like him to escape a life of poverty. Allif impressed me deeply. All his money and his free time is dedicated to the children. The next day we meet and visit the home. Girls are separated from boys and live in different houses. The kids live there because their parents have no money to support them, they are orphans, or they have been abused in some way or another. When they turn 19, they have to leave. Some return to help out again.

In the evening we drive past the girls house and most of them are sitting outside, they eat or do their homework. When they see me, they jump up, shriek hysterically and try to cover their hair with their hands. “I am a woman, don’t worry, I am a woman”, I say and they sit down again. Surely with my short hair I must look like a man to them. Males are not allowed to see the hair of an unrelated Muslim woman.
The children speak English quite well and ask lots of interesting questions. I tell them the abbreviated story of my travelling life so far and show them photos of my trip on the computer.
This day was one of the best of my journey and I would like to extend my sincere appreciation to Allif. Thank you for giving me the opportunity to share my story. And thank you, girls, for being a captive audience.

I like Malaysia. I meet many nice people. Finding a camping place at night is very easy as there is no problem communicating in English. In this multicultural country, the Malay, Indian and Chinese appear to live peacefully side by side. I had many opportunities to eat wonderfully tasty food.
I must note that there are very few dogs (remember my aversion to stray dogs?) in Malaysia as Muslims generally consider dogs as filthy. However, there are lots of cats in this country.

I met David, a warm-shower host, and stayed with him for 6 days. David is of Indian descent and learned to ride a bike because of its health benefits. He cycled in India, South-East Asia, the USA, and Europe. David stayed primarily with people whom he himself had accommodated in his home in Malaysia. When he had a free day he took me for a tour on his motorbike. He showed me palm oil plantations, the fishing harbour, and a charcoal “factory”. He identified many local plants and in the evening I fell absolutely tired, but very happy, asleep. I met his friends and came to the conclusion that Indians are very happy drinking. Mostly home-brewed coconut drinks. Hmm, very tasty. Beer (always on my mind) costs five times as much as in Germany.

I decided to tackle the Cameron, the weather forecast was favourable, 10 degrees cooler than in the lower country. Very tempting. The only problem: I had to get up there. One day of super strain and once again I discovered my physical limits. In the evening it had cooled off and I even had to put on a jacket. The next day I arrived at the summit of 1600 M. Then a wonderful descent was waiting for me. I was on my bike: flying, descending, and close to happy tears. It was 23 degrees. A wonderful feeling. I felt born again. In the afternoon it rained, the sky was gray. Great!!!

And while I sit here outdoors and write, a pleasant coolness embraces my body and I am beginning to feel cold. Great!!

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