Die Ankunft

Farewell  
„Sehn wir uns nicht auf dieser Welt, dann sehn wir uns in Bielefeld”  (If we don’t see each other in this world, we’ll see each other in Bielefeld).  Those were my beloved grandpa’s final parting words.  “Yes Opa, because there is no Bielefeld in this part of the world”.  Our last afternoon together was a very sad time, yet I looked at it as a wonderful gift and why should I be sad about having had such joyous times?  And still, I cried. ….(Scroll down for more)

Abschied    
„Sehn wir uns nicht in dieser Welt, dann sehen wir uns in Bielefeld“  – So mein Opa zum Abschied fuer immer. „Ja, stimmt Opa, denn Bielefeld gibts hier ja auch nicht, in dieser Welt.“ Klar war ich traurig an unserem letzten gemeinsamen Nachmittag, aber dann doch nicht so sehr,  denn ich sehe unsere gemeinsame Zeit als ein grosses, wertvolles Geschenk und wer ist schon traurig ueber so etwas wunderbares. Geweint habe ich trotzdem.

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my plane to Buenos Aires

Buenos Aires
Und dann war ich ploetzlich in Buenos Aires, bzw. in Moron, einem Vorort von Buenos Aires. Bei der lieben Pepa. Pepa ist eine Freundin von einer Freundin von einer Freundin

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Pepa

von einer Freundin von Laura, der Freundin von Rainer, einem Freund von mir und nun auch eine Freundin von mir.

Wir fuhren auf ihrem Motorad in die Stadt, klapperten die Touristenschwerpunkte wie La Boca und San Telmo ab.

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La Boca

Besuchten das Monumento a las Víctimas del Terrorismo de Estado. Auf den vier Stelen dort sind die Namen von bisher 9000 Verschwundenen eingraviert. Unter anderem auch der Name „Elisabeth Kaesemann.“ einer deutschen Studentin. Welche unruehmliche Rolle die damalige deutsche Regierung in dieser Angelegenheit spielte, laesst sich gut hier lesen. 

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una de 30.000 desaparecidos

Wir hingen an der Plaza de Mayo ab, auf dem sich noch heute die Madres de Plaza del Mayo, die bekannteste Menschenrechtsgruppe Argentiniens, jeden Donnerstag treffen. 
Wir gingen in eine Milonga und ich machte einen weiteren Traum war:

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Bailar El Tango

Tango tanzen in Buenos Aires. Was sich als etwas schwierig herausstellte unter anderem weil ich statt hochhackigen Tangoschuechen meine Wanderstiefel anhatte.

Die 10 Tage bei Pepa vergingen wie im Flug. Ein Freund von ihr brachte mich zum Flughafen. Pepa, ich danke dir fuer die wunderbare Zeit. 

Ushuaia
Ich habe immer behauptet, der schwierigste Teil dieser Reise ist das Ankommen in

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Ushuaia Airport

Ushuaia, heile mit allen Sachen, komplett. Die Plastiktasche mit den Fahrradtaschen und dann auch der dicke Karton mit Charlotte rollten auf dem Fliessband in der Ankunftshalle des Flughafens auf mich zu. Ich war erleichtert. Alles da. 

Nein, es fehlte ein 5-Imbus, mit dem ich mein Rad haette zusammenbauen koennen und weil auch gerade Stromausfall am Flughafen war, hatten die Flughafenbeschaeftigten natuerlich wichtigeres zu tun, als fuer mich einen Imbus aufzutreiben. Und jetzt? Ich fragte bei einer Autovermietung und hatte Glueck. 

Untergekommen bin ich bei Mari, die mit zwei Hunden in einem gemuetlichen Holzhaeuschen wohnt. 

Der kaputte Getraenkehalter und seine Folgen
Ich fragte Mari, wo ich guenstig an einen Ersatz fuer den kaputten Getraenkehalter DSCF6726_ergebnisbekommen koennte. Sie verwies mich an einen Kumpel, der nebenberuflich eine kleine Fahrradwerkstatt betreibt. Marcos besah sich Charlotte, schraubte den Steuersatz auf und stellte fest: Die Spannkralle in der Gabel war gebrochen. Oh, Mann

Km-Stand = „Null“, ich bin noch nicht einmal losgefahren, und dann schon so etwas. 

Zum Glueck bin ich noch nicht losgefahren. Ich haette irgendwann in der Pampa den Lenker in der Hand gehabt und das Vorderrad haette sich selbststaendig gemacht. 
Gut, dass der Getraenkehalter kaputt ging….

Noch eine Nacht bei Mari und dann, an meinem Geburtstag, fuhr ich los. In die entgegengesetzte Richtung zum Nationalpark Tierra del Fuego. Baute mein Zelt windgeschuetzt hinter einem Busch auf und feierte meinen Geburtstag mit Schokolade und Cafe. Am naechsten Tag fuhr ich zum Fin del Mundo um dieses Foto zu machen.

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El fin del Mundo

Ein Moment auf den ich lange gewartet habe. Nun war er da. 

Die Sonne schien, der ganze Ballast der letzten Wochen fiel von mir ab. Ich habe es geschafft, bin hier und jetzt gehts los. Die Reise vor mir und der ganze Orgastress hinter mir. Gluecklich lag ich im Schlafsack und freute mich auf den naechsten Tag. 

Ich wachte auf mit Husten und Halsschmerzen. 

Das ist nun knapp eine Woche her. Ich feierte Weihnachten zusammen mit drei anderen in einem Wohnmobil auf dem Camping Municipal. Wir waren die einzigen auf dem Platz. 
Am naechsten Tag war der Platz bis auf den letzten Grillplatz belegt. Argentinien hatte frei, und die Argentinier verbringen den 25. bei einem Asado, einem Grillfest. Tonnen von Fleisch, Wuerstchen, halben Schafen grillen ueber Glut und Feuer. 

Nun, zwei Tage spaeter bin ich wieder gesund. Die gewaschenen Socken haengen ueber dem Fahrradlenker zum Trocknen. 
Das Life-Interview mit der „Hier und Heute“ – Sendung vom WDR hat aufgrund der schlechten Internetverbindung leider heute nicht geklappt und morgen geht es nun tatsaechlich los.

Etwas spaeter
Zwei Tage bin ich nun schon unterwegs, und es ist einfach toll. Es fuehlt sich so an, als ob ich schon wieder monatelang unterwegs bin. Alles eingespielt. Sogar meine Beine scheinen sich an die letzten 30.000 km zu erinnern. Ich bin erstaunlich fit. 

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Birthday-Cooking

La Panaderia La Union
Auf dem Weg lag auch die Panaderia La Union, fuer die der Ort Tulhuin beruehmt ist. Mehr gibt es hier eigentlich nicht zu sehen. Was die Baeckerei so besonders macht, ist die bombastische Auswahl, und obwohl immer was los ist, und damit meine ich mindestens 25 Leute im Laden ist die Ruhe im Laden. Kein Stress, keine Hektik, die Kunden warten und die Angestellten nehmen sich so viel Zeit, wie die Kunden brauchen. Niemand ist ungeduldig oder genervt. Das zweite so besondere an dieser Baeckerei ist der Chef Emilio. Er laesst RadlerInnen in einem Nebenraum schlafen, hat drei Betten dort hineingestellt. Dazu eine saubere Dusche, ein sauberes Klos, so sauber, wie man es selbst hinterlaesst, und ja, es ist pikobello sauber.

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La Panaderia La Union

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Mehl

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Die Theke

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I was not the first one

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„Zu vergessen heisst das zweite Mal zu toeten“ In der Panaderia

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Half empty

Und hier noch ein paar Fotos:

 

Buenos Aires
And then suddenly I was in Moron, a suburb of Buenos Aires, with my dear Pepa, a friend of a friend of a friend… from a friend of Laura (the girlfriend of my friend Rainer) and now Pepa is also a friend of mine.  

By motorbike Pepa and I toured the town and scoured the major tourist attractions like La Boca and San Telmo.  We visited the Monumento a las Víctimas del Terrorismo de Estado.  The names of 9,000 victims who disappeared in the seventies and eighties can be seen engraved on its walls, among them the name „Elisabeth Käsemann“ a German student.   The shocking role the German government played in this, can be read here as well.  Pepa and I then hung around the Plaza de Mayo on which to this day the “Madres de Plaza del Mayo”, the best known human rights group of Argentina, meets every Thursday.   We went to a Milonga and another of my dreams came true:  To dance the tango in Buenos Aires, which turned out a little clumsy, because – among other things – instead of high-heeled shoes, I wore hiking boots.  Ten days with Pepa went by in a flash.  A friend of Pepa’s took me to the airport.  Pepa, I thank you for wonderful moments together.

Ushuaia
I have always said that the most difficult part of this trip is to arrive in Ushuaia, with my luggage undamaged and complete.  I was so relieved when I saw the plastic bag with the bicycle paniers and the huge card box containing Charlotte come tumbling down the conveyor belt.   Everything seemed to be there.   But alas, my 5 Imbus to assemble my bike was not there.  Coincidentally, there was also an electricity outage at the airport and airport personnel had more important things to do than try to locate an Imbus.   Now what?  But luck was on my side as I found a car rental place and they could help.  

I found accommodation with Mari who lives with two dogs in a small, comfortable wooden house.  When I asked Mari where I could find a replacement for my broken water bottle, she referred me to a colleague who, on the side, ran a small bicycle repair shop.  Marcos looked at Charlotte, screwed on the Steuersatz and then discovered the instep claw of the fork was broken.  

Oh, man – I was still at point zero and already stuck.  Thank goodness, I had not yet ridden with my bike.  I would have been somewhere in the middle of nowhere with a handlebar in my hand and a front wheel that would have taken off without me and the rest of the bike.  So, I thank my lucky stars that my broken water bottle set everything in motion…

One more night with Mari and then, on my birthday, I started my journey in the opposite direction of the national park Tierra del Fuego.  I put my tent up behind a bush so it was sheltered from the wind and celebrated my birthday with chocolate and coffee.  

The next day I biked to Fin del Mundo to take pictures – a moment I had been waiting for, and now it was there.  The sun was shining and the accumulated stress of the last few weeks dropped off me.   Happily I lay in my sleeping bag and looked forward to the next day.  I woke up with a cough and a sore throat.   This was just one week ago.  

Christmas I celebrated together with three other campers on a municipal campground.  We were the only people there.  The next day the place was totally booked up.   Traditionally, on the 25th of December, the Argentinians celebrate with an Asado, a grill party.  Tons of meat, sausages, and half sheep, all barbecued over a fire.

Now, two days later, I feel better again.  Freshly washed socks are drying over the handlebar of my bike.  As the result of bad internet connections, the life interview with,  „Hier und Heute“ – a broadcast of the West German Radio – has unfortunately not materialized.  And tomorrow my trip finally begins.  

I have been on the road for 2 days now and it is amazing.  I feel as if I have been cycling for months already.  All is as it should be.  Even my legs seem to remember the past 30,000 km I was on the road.  I am remarkably fit.

La Panaderia La Union
On my way I passed the famous bakery La Panaderia La Union, the highlight of the city of Tulhuin.  What makes the bakery so special is the fantastic selection of baked goods.  There are never fewer than 25 people in the store and, yet, it is amazingly calm and quiet.  And employees take as much time as their customers need.  There is no stress, no rush, nobody is impatient or irritated.  But what really makes the bakery special is its owner, Emilio.  He offers female cyclists 3 beds in an adjacent room, there is also a clean shower and a toilet.  These facilities are always as clean as they are left behind.  Yes, it is spic and span clean.

3 Gedanken zu “Die Ankunft

  1. Das ist ja ein toller Auftakt für dich. Da kann man schon neidisch werden. Ich wünsche dir für deine
    Traumfahrt, die vor dir liegt, alles gute.
    Herbert

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